Magie der Zahl

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(Holbein d. J., Hans: Porträt des Astronomen Nikolaus Kratzer. 1528, 83 × 67 cm,Tempera auf Holz, Paris: Musée du Louvre)

Je stärker Zahlen und Rechner das soziale Leben bestimmen, desto weniger werden Zahlen als künstlerische Herausforderung begriffen, so könnte ein Fazit nach dem Besuch von Ausstellung der Gegenwartskunst lauten. Hat die Kunst vor der Macht digitaler Rechner kapituliert? Ist die Magie der Zahl gebrochen? Das Seminar diskutiert theoretische und künstlerische Auseinandersetzungen mit Zahlen und Berechnungen. Nach gemeinsamer Lektüre werden Ausschnitte aus dem Standartwerk „Number“ von Tobias Dantzig erarbeitet und von künstlerischen Positionen, wie sie in dem Katalog „Magie der Zahl“ dokumentiert werden, abgegrenzt.

17.2. Chriffenschrift

3.3. Dichten und Mathematik: Platon: Ion. In: Werke 1. Griechischer Text von Louis Bodin u.a. – Deutsche Übersetzung von Friedrich Schleiermacher. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft 1990, S. 3-39. 17.3. Vorbereitung: Christoph und Roman
17.3. Null und Eins: Kues, Nikolaus von: Der Laie ueber die Weisheit. Uebersetzt von Renate Steiger. In: Philosophisch–Theologische Werke Bd. 2. Hamburg 2002: Meiner, S. 3-45. Vorbereitung: Linda und Peter
31.3. Klar und deutlich: Descartes, René : Discours de la Méthode – Vonder Methode des richtigen Vernunftgebrauchs und der wissenschaftlichen Forschung. Übersetzt von Lüder Gäbe. Hamburg 1969: Meiner.[Leyden 1637], S.3-37. Vorbereitung: Zoe und Sebastian.

14.4. Versuch über den Menschen: Ernst Cassirer: Versuch über den Menschen – Einführung in eine Philosophie der Kultur [New Haven 1944]. Hamburg 1996: Meiner, S.47-51; 315-335. Vorbereitung: Daniela und Markus.
28.4. Versuch über die Wissenschaft: Heidegger, Martin: „Die Zeit des Weltbilds“ (1938). In: Gesamtausgabe Bd. 5 – Veröffentlichte Schriften 1914-1970: Holzwege. Frankfurt am Main 1970: Vittorio Klostermann. Vorbereitung: Oliver.
12.5. Zahlen: Marshall McLuhan:: Understanding Media. Cambridge, Massachusetts 1994 (1964), p. 106-118.Vorbereitung: NR
26.5.: Kunst und Wissenschaft: Deleuze, Gilles/ Guattari, Felix: Was ist Philosophie? Frankfurt/M. 1996 (EA Paris 1991, S. 238-260. Vorbereitung: Bianca
Methodik

a.) Rechnen Sie pro Text 4h Stunden Vorbereitungszeit.

b.) Legen Sie pro Text 5 Seiten Notizen an.

c.) Notieren Sie während des Lesens mindestens jede Viertelstunde etwas.

d.) Orientieren Sie sich bei diesen Notizen am Lektürekompass.

Das Modul ist erfolgreich bestanden, wenn einer der oben genannten Texte im Seminar präsentiert wird und mit einer künstlerischen Position Ihrer Wahl in Beziehung gesetzt wird. Die Präsentation beinhaltet die Lektüre des Textes anhand des Lektürekompass, schriftliche Notizen zum Lektürekompass (a), schriftliche Auseinandersetzung mit der Relevanz des Textes für das Verständnis einer künstlerischen Position Ihrer Wahl (b), Publikaiton von (a) und (b) im Blog im Umfang von ca. 6000 Zeichen, davon 1 Seite Beschreibung eines Kunstwerks eigener Wahl, davon 1 Seite Darstellung einer These des Textes, davon 1 Seite Abgrenzung oder Verbindung zu einem der im Seminar diskutierten Fragestellungene.

Literatur

Karin v.Maur(Hrsg): Magie der Zahl in der Kunst des 20. Jahrhunderts. Katalog zur Ausstellung in der Staatsgalerie Stuttgart vom 1. Februar bis 19. mai 1997. Stuttgart: Hatje-Cantz, 1997

Fortsetzung siehe unten.

Mögliche künstlerische Positionen: Holbein, Hans der Jüngere Dürer, Albrecht Bacon, Francis Merz, Mario Roth, Dieter Newman, Barnett Karmakar, Abir Klee, Paul Richter, Gerhard.

Andere Themen: Fibonnacci-Reihen, Star Wars

Lektüre-Kompass

1. Bestimmung von Autor, Titel, Ort, Jahr und Verlag des Textes

2. Selbstbefragung: Was gefällt mir, was missfällt mir?

3. Interpretation: Mögliche Motivation des Textes, auch Stellung des Textes im Werk des Autors oder seine mögliche Bedeutung für das Seminar

4. Analyse der Argumentationslinien des Autors: Welche Fakten trägt er vor, welche Metaphern verwendet er, welche Techniken und Medien spricht er an? Warum argumentiert der Autor so? Was lässt er aus?

5. Kontextualisierung: Bestimmung des für den Text zentralen Gegenstands in Raum und Zeit

6. Kontextualisierung: Bestimmung des Autors in Raum und Zeit

Literatur – Arbeitsbibliographie

Ernst Born: Zahlensymbolik; Liedermacher, Autor, Verleger aus Basel Arno Borst: Computus – Zeit und Zahl in der Geschichte Europas. Berlin: Wagenbach, 2004, p.10-20. R. Calinger, A conceptual history of mathematics (Upper Straddle River, N. J., 1999). Ernst Cassirer: Versuch über den Menschen – Einführung in eine Philosophie der Kultur [New Haven 1944]. Hamburg 1996: Meiner, S.47-51; 315-335 Tobias Dantzig: Number – The Language of Science. London: Penguin/Plume, 2005 [1930] S. Giuntini: A discussion concerning the nature of zero and the relation between imaginary and real numbers (Italian), Boll. Storia Sci. Mat. 4 (1) (1984), 25-63. R. C. Gupta: Who invented the zero?, Ganita-Bharati 17 (1-4) (1995), 45-61. Georges Ifrah: Geschichte der Zahl. [Paris 1981] Frankfurt/M.: Campus, 1991 Georges Ifrah, From one to zero : A universal history of numbers (New York, 1987). Georges Ifrah, A universal history of numbers : From prehistory to the invention of the computer (London, 1998). G G Joseph, The crest of the peacock (London, 1991). R Kaplan, The nothing that is : a natural history of zero (London, 1999) E. J. Dijksterhuis: Die Mechanisierung des Weltbildes [Aus dem Holländischen übertragen von Helga Habicht][Amsterdam 1950]. Berlin: Springer, 1956 Endres, Franz Carl: Mystik und Magie der Zahlen. Zürich 1951: Rascher Theodor Kluge: Die Zahlbegriffe der Dravida, der Hamiten, der Semiten und der Kaukasier; ein vierter Beitrag zur Geistesgeschichte des Menschen. Berlin 1941. P. Mäder: “Wie die Puppe ein Adler sein wollte, der Esel ein Löwe, die Äffin eine Königin – so wollte die Null eine Ziffer sein!” Ein Überblick zur Geschichte der Zahl Null, in Jahrbuch Überblicke Mathematik, 1995 (Braunschweig, 1995), 39-64. Karin v.Maur(Hrsg): Magie der Zahl in der Kunst des 20. Jahrhunderts. Katalog zur Ausstellung in der Staatsgalerie Stuttgart vom 1. Februar bis 19. mai 1997. Stuttgart: Hatje-Cantz, 1997 Marshall McLuhan:: Understanding Media. Cambridge, Massachusetts 1994 (1964), p. 106-118. Herbert Mehrtens: Moderne, Sprache, Mathematik. Frankfurt/M.1990: Suhrkamp C. Th. Michaelis.: Über Kants Zahlbegriff. Berlin 1884: R. Gaertners Verlagsbuchhandlung. [Zählen und Zahl sind nicht dasselbe]Kluge, Theodor: Die Zahlbegriffe der Dravida, der Hamiten, der Semiten und der Kaukasier; ein vierter Beitrag zur Geistesgeschichte des Menschen. Berlin 1941. [Reihen in Unordnung R N Mukherjee, Background to the discovery of the symbol for zero, in Proceedings of the Symposium on the 1500th Birth Anniversary of Aryabhata I, New Delhi, 1976, Indian J. Hist. Sci. 12 (2) (1977), 225-231. R Mukherjee, Discovery of zero and its impact on Indian mathematics (Calcutta, 1991). Lewis Mumford: Mythos der Maschine [Erschienen zunächst als: The Pentagon of Power (Vol 2.) 1964 und The Myth of the Maschine – Technics and Human Development (Vol. 1.) 1966]. Frankfurt a.M.: Fischer, 1986, S. 76-81. K Muroi: The expressions of zero and of squaring in the Babylonian mathematical text VAT 7537, Historia Sci. (2) 1 (1) (1991), 59-62. Otto Neugebauer: The exact Sciences in Antiquity. Princeton 1952: Princeton University Press. Otto Neugebauer: The exact Sciences in Antiquity. Copenhagen: Ejnar Munskgaard, 1951 [Acta Scientiarum Naturalium et Medicinalium] Jean Piaget und Alina Szeminska: Die Entwicklung des Zahlbegriffs beim Kinde. Stuttgart 1972 [Neuchatel: Delachaux]: Klett. W. Preyer: Über den Ursprung des Zahlbegriffs aus dem Tonsinn und über das Wesen der Primzahlen. Hamburg und Leipzig 1891: Verlag von Leopold Voss. Auch in: Helmholtz, Hermann von: Beiträge zur Psychologie und Physiologie der Sinnesorgane – Festgruss zum siebzigsten Geburtstag. L. Pogliani, M. Randic and N. Trinajstic: Much ado about nothing – an introductive inquiry about zero, Internat. J. Math. Ed. Sci. Tech. 29 (5) (1998),729–744. Rudy Rucker: Infinity and the Mind – The Science and Philosophy of the Infinite. Princeton: Princeton University Press, 1995 Annemarie Schimmel: Das Mysterium der Zahl. München: Eugen Diedrichs, 1984 Annemarie Schimmel: The Mystery of Number. New York: Oxford University Press, 1993 Eberhard Schröder, Eberhard: Dürer – Kunst und Geometrie. Basel: Birkhäuser Verlag, 1980 [Weltkarte aus Jahre 1470 mit Jerusalem im Zentrum aus der Zeitzer Stiftsbibliothek in Thürigen.] Walter P. van Stigt: Brouwers Intuitionism. North-Holland 1990 Books Carles Seife (2000) Zero: The Biography of a Dangerous Idea, Penguin USA (Paper). S Ursini Legovich, The origin of the zero in Central American civilization. Comparative analysis with the Hindu case (Spanish), Mat. Enseñanza No. 13 (1980), 7-20. M. Ja Vygodskii, L’origine du signe de zéro dans la numération babylonienne (Russian), Istor.-Mat. Issled. 12 (1959), 393-420. Heinrich Wieleitner: Die Geburt der modernen Mathematik. Karlsruhe 1924

Video von yayryanwilson

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