Sommersemester 07 – Wissenschaftsgeschichte für Künstler

Künstler forschen! Forschen Künstler? Wenn ja, wie unterscheidet sich künstlerische Forschung von wissenschaftlicher Forschung? Das Seminar schlägt Antworten auf diese Frage vor, indem es sich exemplarisch mit der Geschichte wissenschaftlicher Forschung beschäftigt. Es informiert und diskutiert grundlegende Begriffe von Autoren wie Fleck, Bachelard und Rheinberger anhand ausgewählter Texte. Erarbeitet wird im Seminar ein exemplarisches Verständnis von wissenschaftlicher Forschung.

Literatur

Bachelard, Gaston: Die Bildung des wissenschaftlichen Geistes. Frankfurt/M. 1984 [Paris 1938]: Suhrkampin. Frankfurt/M. 1980 [Paris 1940]: Suhrkamp

Canguilhem,Georges: Wissenschaftsgeschichte und Epistemologie. Gesammelte Aufsätze hrsg. von Wolf Lepenies. Frankfurt/M. 1979: Suhrkamp

Rheinberger, Hans-Jörg: Iterationen. Berlin 2005: Merve

Rheinberger, Hans-Jörg: Lassen sich künstlerische auf wissenschaftliche Innovationsprozesse abbildden? Kunstforums-Gespräch mit Nils Röller. In: Kunstforum International März-Mai 2003.

27.3. NR

Kunst: Ist schön, aber macht viel Arbeit. Karl Valentin.

Statement: ….

29.3. BK – Gedopte Wanzen

Aufmerken liessen mich im Text Rheinbergers folgende Beobachtungen, wozu ich ein paar freche Thesen erstelle:

- “[Entdeckungen wurden nie so gemacht], wie sie im öffentlich Raum [] dargestellt werden.” 8 Wissen, Erkenntnis, wenn ich Entdeckungen mit diesen hehren Begriffen gleichsetze, lassen sich also einer Medienwäsche unterziehen.

- “Die wichtigste Quelle des Neuen – nicht im Sinne des Konstatierens von Fakten, sondern im Bereich der Interpretation – [ist] das Schreiben selbst.” 8 Der Wissenschaftler ist also ein Essayist, ein (science) fiction – Autor.

-Dass er sich im Labor nie selber beobachtete und der Biologe gezwungen sei, “seine Aufmerksamkeit auf einen Ausschnitt der Realität zu richten, [] um gewisse Parameter dieser Wirklichkeit zu definieren.” 3 Die Nähe wird also gesteigert, indem ich auswähle. Auswahl geschieht in meiner Erfahrung über Erfahrung, Instinkt, Assoziationen und im Endeffekt Zufall. Womit wir beim Mythos, bzw. der Antiken Tragödie wäre. Anstelle der Götter, die die Hybris der Helden in die Schranken weisen, bleibt uns nach Nietzsche die Ethikkommission – und die Konvention.

-Experimentalsysteme seien Ereignisorte und Orte der Emergenz. 4, woraus sich für mich Orientierungsfragen ergeben: Einen Ort kann ich kartgraphieren, ich kann ihn vernetzen, ich kann Parameter, Distanzen – zeitlicher und geographischer Art – definieren, ich kann mich in Relation zu ihm bewegen.

Zu guter Letzt eine Anekdote (genaue Angaben zum Artikel folgen): Ein Biologe, der zu einer bestimmten Art Wanzen, welche sich ausschliesslich von Papier ernähren, forschte, erhielt einen Forschungsauftrag in den USA. Natürlich nahm er seine Laborgenossen mit und fütterte sie fortan mit Amerikanischem Papier. Doch Wundersames geschah: Die Wanzen wuchsen zu enormer Grösse an und verendeten – es ist anzunehmen, dass sie platzten. Als der Forscher der Sache nachging, entdeckte er, dass der Amerikanische Ahorn, aus welchem das Papier hergestellt wurde, ein Wachstumshormon enthielt; dieses wirkt aber nur auf die Wanzen.

09. 04 Mathias:

Beitrag zu ‘Über die Kunst, das Unbekannte zu erforschen’, Hans-Jörg Rheinberger, Cogito Stiftung, 25. Oktober 2006.

(Der Titel beinhaltet eine Tautologie, das Bekannte lässt sich nicht erforschen.)

gewählte Textpassage:
„Aber wie kann man zu fassen bekommen, was da im Kern des Geschehens vor sich geht, eben dort im Dunklen, wenn man vor den Tunnels und den Schächten früherer Werke steht? Denn man fängt ja nie von vorne an, sondern steht am Ende eines Weges, den Andere gegangen sind. Es liegt immer schon vieles, vielleicht sogar das meiste, hinter uns. Und das bestimmt den Punkt, an dem wir stehen und es bestimmt, was wir von diesem Punkt aus sehen können.“

Im ersten Satz dieses Zitats bemüht Rheinberger ein vorwissenschaftliches Bild, oder wie es Gaston Bachelard ausdrücken würde, einen Mythos des Inneren. Dieses Bild bildet ein obstacle épistémologique, genauer gesagt, ein substantialistisches Hindernis. Auch im letzten Satz vermögen wir ein häufig zitiertes Bild, das diesem Autor vorschwebt zu benennen: Pigmaei gigantum humeris impositi plusquam ipsi gigantes vident. In diesen paar Zeilen stellt sich der Autor gegen die von Thomas Samuel Kuhn hervorgebrachte Theorie der Wissenschaft. Erstaunlicherweise verwendet Rheinberger nur eine halbe Seite den von Kuhn geprägten Begriff Paradigma in einer Weise, die nicht vereinbar mit der Stellungnahme im obigen Zitat ist. Über diesen entleerten Allerweltsbegriff sagte Kuhn 1995: „Paradigm was a perfectly good word, until I messed it up“. Dieser und der genauso abgelutschte Begriff des Paradigmawechsels wurden weitgehend durch Kuhns zwiespältigen Essay The Structure of Scientific Revolutions geprägt. In diesem geht Kuhn wesentlich davon aus, dass Perioden der Normalwissenschaft (normal science) durch Wissenschaftsrevolutionen unterbrochen werden. Diese Kenntnis von Brüchen war zur Zeit der Herausgabe des Essays im Jahre 1962 allgemein bekannt, fast ein halbes Jahrhundert vorher beschäftigte sich (nicht nur) Gaston Bachelard mit diesem Thema. Das Neue, das Kontroverse bei Kuhns Theorie bestand in der Inkommensurabilitätsthese, die behauptet, dass die unterschiedlichen Paradigmen, welche durch eine wissenschaftlichen Revolution entstehen, nicht miteinander verglichen werden können. d.h. Kurz nach einer wissenschaftlichen Revolution ist die Quantität an wissenschaftlichem Wissen gleich Null, man beginnt jedes Mal wieder von vorn. Diese Vorstellung eines diskontinuierlichem Wissenschaftsverlauf, ist mit der Bild des ‘Standing on the Shoulders of Giants‘ nicht vereinbar. Mit anderen Worten, gemäss Kuhn kann es sehr wohl sein, dass man manchmal von vorne beginnt, denn die Irrtümer vergangener Epochen können uns nichts lernen (Erkenntnis durch Problembewältigung ist ein zentrales Thema bei Popper und Bachelard). Die Verwendung dieses ambivalenten Begriffes Paradigma ist also äusserst fragwürdig.

10.04 CS:

“[] nämlich dass Entdeckungen eigentlich nie auf die Weise gemacht worden sind, wie sie im öffentlichen Raum – sei es in Publikationen oder in Erinnerungen – dargestellt werden.” (“Über die Kunst, das Unbekannte zu erforschen”. Hans-Jörg Rheinberger, Cogito Stiftung, 25. Oktober 2006. S. 8)

In meinem aktuellen Projekt untersuche ich den Begriff der Erinnerung. Dieter Roth schreibt in seinem Buch “Da drinnen vor dem Auge” (Suhrkamp):

“[..] auch, ob die erinnerung das ist was man glaubt es ists, wenn man sagt: erinnerung?
antwort: ich fresse deine welt?
denn wenn man nicht sagen kann: das ist dies,
kann man auch nicht sagen: das was ich jetzt habe ist
erinnerung.
man glaubt, wenn man ERINNERUNG sagt, zu nennen,
und zu haben – sogar -
etwas, das ist nicht hier, das man nicht hier hat, das nicht
HIER IST.”

Sich erinnern. Sich gut an etwas erinnern. Sich nur wage an etwas erinnern. Sich nicht erinnern können/wollen. Erinnerungen aufschreiben/darstellen. Etwas, das man nicht hat und nicht hier ist, benennen und darstellen: Ein kreativer Prozess? Eine künstlerische Herausforderung?

10.04. om
«Über die Kunst, das Unbekannte zu erforschen».

Aus dem Titel der Rede Hans-Jörg Rheinbergers interessiert mich der Begriff „Kunst“ im Gefüge des vorhergehenden Satzes. Rheinberger beginnt mit den Worten Kublers, «Jeder Künstler arbeitet im Dunkeln … » aus «Die Form der Zeit» – «Anmerkungen zu einer Geschichte der Dinge». Er bezieht sich dabei auf das Entstehen von Neuem – dies als Raum und Zeit in Form materieller Kultur.

Folgende Zusammenfassung der Rede von Hans-Jörg Rheinberger könnte auch als eine künstlerische Handlungsanweisung zu einer experimentellen Suchbewegung gelesen werden:

Die Schrift gibt den Gedanken eine materielle Verfassung. Eine, die das entstehen von Neuem ermöglicht. Im Bereich der Interpretation. Sie ist eine Versuchsanordnung, ein Experimentalsystem. Das Experimentalsystem ist ein Ort der Emergenz – der Strukturen, um das nicht Ausdenkbare einzufangen, eine Suchbewegung auf der Grenze zwischen Wissen und Nichtwissen. Die Schrift begründet Bahnen, auf denen Spuren hinterlassen werden, auf die man zurückkommen und über die man, indem man das tut, hinausgehen kann. Um ins Dunkel einzusteigen bedarf es einer Beschränkung auf ein Stück Wirklichkeit, willkürlich ausgesondert sowie der Wahl «eines Systems». Das System ist ein Spielraum, in dem man sich mittels von Fragen und Antworten bewegen kann. Die einzelnen Systeme werden zu einem Patchwork zusammen gewoben, einer Flickenteppich-Verknüpfung der Konnexion, Interaktion und ihrer Regelung von offen und begrenzt. Bei der Beschränkung muss man nicht nur ihren abschliessenden sondern auch ihren aufschliessenden Charakter verstehen. Experimentalsysteme sind Orte, an denen sich in den empirischen Wissenschaften das Neue ereignet. Diese Experimentalanordnung impliziert eine ganze Menge von Wissen, das zu einem gewissen Zeitpunkt als gesichert gilt. Sie nimmt in der Regel die Gestalt von Instrumenten, Vorrichtungen und Apparaten an. Diese sind zu Kalibrieren und zu Testen, in Bewegung zu setzen um auf ihre eigene Funktionsfähigkeit zu überprüfen. Die eingesetzten Maschinen sollen möglichst geräuschlos ihre Arbeit tun und die untersuchten Phänomene zum Sprechen bringen. Der experimentelle Geist muss komplementär zur Experimentalstruktur verfasst sein, dabei sich selbst bei der experimentellen Arbeit beobachtend. Das Experiment soll als Suchmaschine, Maschine zur Herstellung der Zukunft befraget werden.

Lässt sich als Kunstschaffender, eine aktive Strategie der Autonomie und Vielfalt in der künstlerischen Wissensproduktion, aus der Suchbewegung folgender Fragestellungen, Fragerichtungen und aus deren Rückkoppelung – zu dieser Rheinbergerschen Handlungsanweisung des Schaffens und Formens von Raum, Zeit und Energieaustausch materieller und immaterieller Kultur – schaffen:
– Die Wissenschaft als „Ordnungsmacht“ im Herstellen, Verhandeln, Verändern und Abbilden von Wirklichkeit?
– Auf die eigene rhetorische Frage «warum die meisten Erfindungen durch Zufall müssen gemacht werden» antwortet Lichtenberg: «Die Hauptursache ist wohl die, das der Mensch alles so ansehen lernt, wie ihre Lehrer und ihre Umgang es ansieht.» Dies gilt wohl auch für Fragestellungen zur vorliegend angenommen Ordnung der modernen Biologie, der Synthetischen Theorie der Evolution (Darwin).
– Der Maschinenbegriff, die Maschine und die abstrakte Maschine?
– Maschinen als Macht schöpferischer Prozesse.
– Die Maschinerien der Indienstnahme und der Subjektivierung wirken über Beziehungen.
– „Subjektivität“ zugleich auf der Seite des Subjekts wie auf der Seite des Objekts.
– Die Produktion von Subjektivität, ihre Techniken.
– Liegt im Selbstverhältnis, in der Produktion von Subjektivität die Möglichkeit, das Ereignis in Gang zu setzen, sich der serialisierten und standardisierten Subjektivitätsproduktion zu entziehen?
– Indienstnahme in einem Sinn, der nahe der Kybernetik liegt, in anderen Worten: Fernsteuerung, Rückkoppelung und Öffnung gegenüber Linien des Möglichen.
– Die Erschaffung von Optionen des Möglichen in denen eine existenzielle Verwandlung erprobt werden kann, die eine Politik des Experimentierens, nicht der Repräsentation oder der „objektiven Funktion“ ist.
– Die Konstitution des Ich im diskursiven „Selbstverhältnis“.

Im künstlerischen Arbeitsprozess könnte eine der Fragestellungen gegenüber der formatierenden Regulation und wie das Experimentalsystem kalibriert wird lauten:
«… Wie sehen „aktive Strategien“ der (kulturellen) Wissensproduktion aus, die nicht über, sondern mit den Praktiken der Migration agieren? Oder ist der Wunsch, etwa hinter einer Kamera (Mikrophon) zu stehen, und von diesseits der Grenze aus etwas über die „Praktiken der Migration“ kennen zu lernen, um sie mittels einer Bildproduktion (Tonproduktion) in eine gesellschaftliche Debatte zu integrieren, die davon bisher wenig Notiz genommen hat, nicht bereits dasselbe wie der Wunsch sie zu kontrollieren und zu regulieren? …» (Brigita Kuster, «S. – je suis – je lis à haute voix», 2005)

Beitrag zum gelesenen Text Über die Kunst, das Unbekannte zu erforschen
(Hans-Jörg Rheinberger)
von Alessandro (is not Aurelio) am 10.4.

Textstelle: Sie [die Suchmaschine] erzeugt Dinge, von denen man immer nur nachträglich sagen kann, dass man sie hätte gesucht haben müssen.

Kommentar: So geht es mir manchmal, wenn ich Kunstwerke anderer Künstler bzw. Kunststudenten sehe. In dem Moment denke ich, warum nicht ich auf diese Idee gekommen bin, wie einfach die Umsetzung einer einfachen Idee sein kann, wenn diese nur umgesetzt wird. Hätte ich doch einfach gemacht, dann wäre etwas Neues entstanden. Hirn ausschalten und selbstbewusst anpacken.

CoryArcagel

»Panasonic TH42PV60 Plasma Screen Burn« (2007) by Cory Arcangel at Galerie
Guy Bärtschi. http://www.vvork.com/index.php?paged=2
minh + andrea:

“denn man fängt ja nie von vorne an, sondern steht am Ende eines Weges, den Andere gegangen sind.”

Uns beiden gefällt dieser Satz. Wir sind beide einverstanden mit der Aussage. Jedes Ende ist immer auch ein Anfang.

Markus:

mir ist der Satz aufgefallen: “Die eingestzten Maschinen sollen möglichst geräuschlos ihre Arbeit tun.” ich fragte mich, wieso Rheinberger diesen Satz geschrieben hat.

Heinz meint:

Grundsätzlich verstehe ich den Text, als ein Vergleich zwischen dem Weg der ein Künstler und ein Wissenschaftler beschreitet, wenn er versucht sich neuen Welten, Perspektiven etc… Neues zu erschliessen. Der Text endet nach längeren Erleuterungen über die wissenschaftliche Praxis des Experiments, mit der Ansicht, das sowohl Wissenschaftler, wie Künstler gleichermassen auf den Wegen früherer Werke wandeln.
Hier bin ich nicht ganz Einverstanden, oder besser Gesagt müsste man, meiner Meinung nach, diese Schächte genauer Beleuchten. Ich denke doch das die Kunst, doch noch mehr vom Individium und den eigenen Erfahrungen ausgeht.
Nehmen wir an, eine Person schreibt auf seinem Sterbebett einen Text über den Tod, muss er sich dann vorher darum Kümmern wer alles schon in der Geschicht der Kunst über den Tod geschrieben hat? Ist sein Text zwangsläufig zweitklassig nur weil vor ihm schon viele Sprachbegabte Personen, ähnliche Gedanken nachgingen? Kann man zwei Ansichten über das gleiche Thema, von zwei verschiedenen Individien überhaupt miteinander Vergleichen?
Solche Fragen stellen sich bei diesem Vergleich und deshalb habe ich meine Zweifel ob man sich bewusst (unbewusst bewegt man sich zweifellos in seinem Umfeld und wird von diesem Geprägt) auf den Pfaden der Kunstgeschichte bewegen muss, um Neues in der Kunst zu schaffen.

Effi versuchts auch:

Experimentalsystene verengen den Blick, sie erweitern ihn aber im gleichen Atemzug.

ähnlich scheint es bei der Kunst, die Richtung in der sich ein Künstler bewegt verengt zwar gewissermassen seinen Blickwinkel, doch sie lassen ihn tiefer in das von ihm Gebiet gewählte eintauchen, um darin stärkere Arbeiten zu machen.

Spinnennetze in denen sich etwas verfangen kann, was weiss man nicht genau.

Meine Ideen ähneln diesem Konzept oft, schwirren sie in meinem Kopf umher und sind auch schon wieder verflogen. Manche schaffen es bis ins Skizzenbuch, doch woher weiss ich ob es diejenigen waren, die sich wirklich zur Umsetzung lohnen.

..und Nico ist jetzt auch am ‘richtigen’ Ort gelandet:

Di, 11. April 2007, Zürich

“[...] Ende eines Weges, den Andere gegangen sind.”

Jeder wird beeinflusst durch andere ‘Wege’. Ist ein Anderer erfolgreich am Ende eines Wegs angekommen, so ist dies eine umso bessere Grundlage für den neu Startenden? Ich werde vor allem auch beeinflusst von Künstlern und andern Leuten, die selbst noch gar nicht ihren Weg zu Ende gegangen sind. Vielfach fällt ein Musiker oder Performer doch gerade in der Zeit auf, in der seine Einstellung, Ansichten und Ausdrücke noch roh und ungeformt sind vom langweiligen, geldgetriebenen Business. Somit wäre für diese Person das ‘Ende’ des Weges keinesfalls wünschenswert – und auch die Inspiration, welche weitergegeben werden kann, wird vielfach gegen ‘Ende’ langsam aber sicher versickern in all zu weltlichen Tatsachen (Geld, Ruhm und was es halt sonst noch gibt..und was wir alle insgeheim doch zu wünschen wissen).


17. April 2007
Karteikarteneintrag von Andrea: hier23. April 2007
Karteikarteneintrag von Minh:
Natur, NATUR
aus Iterationen, Hans-Jörg Rheinberger, Berlin 2005
Zusammenfassung:
Rheinberger untersucht den Begriff Natur und fragt sich was die Natur wäre? Er versucht in dieser Lektüre die Begriffe Natur und Kultur zu definieren. Unter Natur könnte man jener Dinge und Prozesse verstehen, die nicht von der Menschenhand abhängen und komplementär wäre die Kultur von Menschenhand gemacht. Er bemerkt jedoch, dass diese Definiton nicht stimmen kann. Die Natur wird so stark von Menschen verändert, dass in absehbarer Zukunft die Lebensgrundlagen der Menschheit als Gattung auf dem Spiel stehen. Es herrscht eine Asymmetrie zwischen Natur und Kultur, die sich als Asymmetrie zwischen den verschiedenen Völker reproduziert. Was diese Asymmetrie aber ermöglicht und was durch sie verändert wird bleibt als Frage noch offen!
Bilder:
Schlinge (S.12, 13.Z)
Namen:
J.J. Rousseau, Donna Haraway, Bruno Latour, Claude Lévi-Strauss, Jacques Derrida, Helmuth Plessner
Begriffe:
Romantik, Szientismus, Ökologie (S.30, 8.Z):
-> Historischer Versuch den Begriff Natur zu definieren
(geomorph) biomorph, Ethologie, Soziobiologie(S.32, ab 7.Z):
-> Behauptung, dass alle Kultur natürlich verfasst sei
Asymmetrie, Transzendenz, a-human, inhuman, ausserhuman (S.36):
-> seit irgendwo eine Transzendenz aufgetreten ist, herrscht eine Asymmetrie zwischen Natur und Kultur
Unterscheidungen:
das Spontane (Natur) / die Norm (Kultur) (S. 33, 2.Z)7. Mai 2007
Karteikarteneintrag von Tobias:Natur, NATUR
Hans-Jörg Rheinberger, Iterationen – erschienen im Merve Verlag Berlin, 2005Zusammenfassung:
Diese Debatte hier läuft unter Philosophieren. Es gibt wohl nicht wenige, die sich daran schon mühten: der Deutungshoheit über Natur, Kultur.Rheinberger liefert mit seinem kurzen Exposé wohl so etwas wie einen Status-Quo. Einen Ausschnitt all jener Denker, die den Schnitt zwischen Natur und Kultur suchen. Anfänglich versucht er sich in einer groben Trennung zwischen Beiden; sieht den Menschen auf der einen, die Natur auf der anderen Seite. Bruno Latour steht dafür Pate. Mit Claude Levi-Strauss nun führt er den Begriff der Norm, der Moderne ein. Kennzeichnet alles Natürliche als universell, alles Kulturelle als normiert – und somit verhandelbar. Kern dessen ist bei ihm: der Skandal. Der Inzest. Da wo Mensch und Natur sich scheiden. Und sieht dort die Asymmetrie von Natur und Kultur erstmalig gezeichnet. Nach Rheinberger vorallem auch ein Phänomen der ‘Westmenschen’ und ihrer Abkehr von der Natur.Bilder:
Schnitt, Schlinge, Brücke
Namen:
J.J. Rousseau, Donna Haraway, Bruno Latour, Claude Lévi-Strauss, Jacques Derrida, Helmuth Plessner__—-karteikarte jasmine
Natur, NATURaus Iterationen, Hans-Jörg Rheinberger, Berlin 2005ZusammenfassungDie Frage nach ‘was wäre Natur’ versucht Rheinberger anfangs mit einer klaren Definition von (Kultur und) Natur zu beantworten.
Mit dem Argument der Mensch sei fähig eine Umweltkatastrophe herbeizuführen, kommt er zu dem Schluss, dass eine klare Trennung zwischen Natur und Kultur nicht stimmen kann.

Namen

Donna Haraway, Rousseau, Greenpeace, Bruno Latour, Darwin, Claude Levi-Strauss, Jacques Derrida, Helmut Plessner

Begriffe

Inzestverbot, Cartesische Deutlichkeit, Asymmetrie

Unterscheidungen

Natur/Kultur, das Spontane/das Normierte, Westmenschen/Restmenschen

Bilder

Schlinge (S.31;Z.13), komplexe Gebäude (S.33;Z.10), Bühne (S.35;Z.9)

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Karteikarteneintrag von Sonja

Natur, NATUR
aus Iterationen, Hans-Jörg Rheinberger, Merve Verlag Berlin 2005

Zusammenfassung:
Rheinberger beleuchtet den Begriff Natur auf vielfältige Weise und versucht diesen, dem Begriff der Kultur entgegenzusetzen. Dies tut er indem er definiert, zitiert und beschreibt. Er beendet das Ganze mit einer Fragestellung, nämlich dem Bewusstmachen der Verantwortlichkeit und wie das Ganze übergreifend lösbar sei.

Bilder:
goldene Brücke S.30/Z.9, Schlinge S.31/Z13, scharfer Schnitt S.34/Z.11, unter der Hand S.35/Z.8, Bühne S.35/Z.9

Unterscheidungen:
Natur/Kultur
Natur = ausserhalb des menschlichen Einwirkungskreises
Kultur = geschaffen durch (menschliche) Lebewesen
geomorph/biomorph
Spontanität/Norm = Natur/Kultur
Asymmetrie/Symmetrie (der Begrifflichkeiten, Regeln und Definitionen)
imaginärer Raum/Bühne = passiv/aktiv
innere Gesellschaft/äussere Gesellschaft = mikro/makro

Begriffe:
kulturelles Artefakt, naturalistische Manier, überwältigende Restnatur, Cartesische Deutlichkeit, Skandal, universeller Charakter, Mythos, sich gegenseitig ausschliessende Entitäten, Transzendenz

Namen:
Donna Haraway/Bruno Latour/Darwin/Claude Lévi-Strauss/Jacques Derrida/Helmut Plessner

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Karteieiei-Karte von Mathias

Zusammenfassung

Weil der Autor die Begriffe Kultur und Natur falsch versteht, kommt er zu einer sehr spannenden These:

„Man hat die Natur in die Hölle verbannt. Sie kam jedoch in verbesserter Form zurück, als globalisierte Natur (=NATUR) revengierte sie sich mit globaler Erwärmung. Deshalb soll der Homo mit Gaia einen Vertrag nach dem Vorbild des Gesellschaftsvertrags von Hobbes eingehen, allerdings ohne Schrift und Sprache zu verwenden (weil Gaia Analphabeterin ist) damit sich beide wieder vertragen. Weil weltliche Gerichte nur Personen als Vertragspartner akzeptieren, ist das jüngste Gericht dafür zuständig. Da es Verwandten (in der weiblichen Erblinie) in vielen Kulturen verboten ist, miteinander zu Geschlechtsverkehr zu haben, kann man heute heute aber gar nicht mehr zwischen Natur und Kultur unterscheiden. Das ist ein Skandal. Aus diesem Grund wiederum muss das Ozonloch ins Parlament der Dinge, sonst war es umsonst, dass die Berliner Mauer fiel.“

Namen

Donna Haraway (Naturwissenschaftshistorikerin, Biologin, und Professorin für feministische Theorien und Technoscience an der European Graduate School in Saas-Fee, Schweiz)

Jean Jacques Rousseau (Philosphe, Pädagoge)

Bruno Latour (französischer Soziologe und Philosoph, einer der Begründer der Akteur-Netzwerk-Theorie)

Charles Darwin (ein britischer Naturforscher und gilt als einer der bedeutendsten Naturwissenschaftler überhaupt, graduelle Variation und natürliche Selektion)

Claude Lévi-Strauss (französischer Ethnologe und Anthropologe. Er gilt als Begründer des Strukturalismus.)

Jacques Derrida (ein französischer Philosoph, der als Begründer und Hauptvertreter der Dekonstruktion gilt)

Helmut Plessner (deutscher Philosoph und Soziologe sowie ein Hauptvertreter der Philosophischen Anthropologie)

Michel Serres (französischer Philosop)

Jacques Lacan (ein französischer Psychoanalytiker, der die Schriften Sigmund Freuds neu interpretierte und radikalisierte.)

Begriffe

Natur, Romantik, Szientismus(Wissenschaftsgläubigkeit), Ökologie, goldene Brüche (?), Geschichte, Gesellschaft, Naturwisschenschaft, Dinge und Prozesse, Menschenhand, Kultur, Weltall, Gefüge unseres Genoms, Medien, Erfahrung, Lebenswelt, Projektion der Trends, absehbare Zukunft, Lebensgrundlage der Menschheit als Gattung, evolutionäre Perspektive, Welt der Lebewesen, Proliferation (tendentiell eher bedenkliche oder bedenkenswürdige „Nutzungsfolgen“), Umweltkatastrophe, Definition, kulturelles Artefakt, kulturelles Produkt der abendländischen Moderne, Besonderheit der Abendländer, offizielle Verfassung, totale Trennung (was wäre eine halbe Trennung?), Mensch, nicht-menschliches Wesen, radikaler Unterschied, universelle Natur, relative Kultur, Einsicht, naturalistische (= keine übernatürlichen Wesen) Manier, überwältigende Restnatur, lange Tradition (sinnlos verwendet da relativ), Ethologie („klassische“ vergleichende Verhaltensforschung), Soziobiologie, traditioneller Gegensatz, Ordnungen der Natur und der Kultur, Cartesische Deutlichkeit, Name, Inzestverbot, Regel, Charakter der Universalität, Begriff, Möglichkeitsbedinung, philosophische Begrifflichkeit, systematischer Zusammenhang, Skandal, Asymmetrie, verschwundener Ursprung, ausgestrichene Bestimmung, imaginärer Raum einer Rekkurenz, Rückbezüglichkeit, Akteure, Moderne, Inbegriff des Mythos, Asymmetrien unserer modernen Weltkoordinaten, Entität, Unerhörte Mischungen, Orkus (Gott der Unterwelt; Im Deutschen wird “Orkus” etwa im Sinn von Abgrund, Totenreich oder Unterwelt gebraucht.), Tribunal (In der Neuzeit wird der Begriff Tribunal für politische Sondergerichte bzw. für internationale Gerichte des Völkerstrafrechts verwendet.), ursprünglicher und transzendentaler (Kant) Prozess, unvordenklicher (undenklich alt) Richtspruch eines Jüngsten Gerichts (wieso unbestimmter Artikel?), im Ungedachten, asymmetrische Anthropologie (Latour, nur auf andere Kulturen gerichtete A.), Wahrheitsgebot, Konvention, Zeit, Subjekt, Korrelat der Wissenschaft, Zivilisation, Megalomaschinerie(?), globalisierte Natur, wildes Denken, Quasi-Objekt (?)

Unterscheidungen

Kultur <-> Natur

Mensch <-> nicht-menschliches Wesen

universell <-> relativ

scharfe Trennung <-> sauberer Schnitt

bi|o|morph [Adj. , o. Steig.] durch Abläufe des natürlichen Lebens geformt (Gestalt der Lebewesen) [ ➔ Biomorphose] <-> geomorph

Versuch – Versuchung – Sucht

Naturgeschichte der Kultur <-> Kulturgeschichte der Natur

universal, spontan <-> normal, realiv, besonders

Westmenschen <-> Restmenschen

Naturvertrag (Serres) <-> Gesellschaftsvertrag (Hobbes)

Naturding <-> Umweltding (Martin Heidegger: Sein und Zeit)

mondial (weltweit, die ganze Welt umfassend oder betreffend) <-> mundan ([Adj. , o. Steig.; veraltet] weltlich [

platte Wissenschaftskritik <-> nicht zu hintergehende Topologie

Subjekt <-> Subjektum (?)

Natur <-> NATUR

Subjekt<->Objekt

Bilder

komplexes Gebäude von Glaubensvorstellungen, Bräuche, Konventionen und Institutionen

Faden vom letzten Abschnitt

Widerhaken für die Wissenschaften von den Naturdingen

die Kerbe und die Narbe des Gerichts

Wurzel des Wortes

Geburt der Wissenschaft

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Karteikarte Christoph:

“Natur, NATUR”, aus “Iterationen”, Hans-Jörg Rheinberger, Berlin, 2005, Merve.

Bilder: goldene Brücke der Geschichte, Rheintal

Namen: Donna Haraway, Rousseau, Greenpeace, Bruno Latour, Claude Lévi-Strauss, Jacques Derrida, Helmuth Plessner, Michel Serres

Begriffe: Szientismus, Ökologie, Universalität, Inzest-Verbot, Moderne, Ungedachtes, Ungemachtes, Asymmetrie, Natur-Kultur Hybride, öko-technologische Netzwerke, Nachhaltigkeit, Globalisierung der Landwirtschaft, natur- und kulturhistorische Landschaft, historisch gewachsene Netzwerke.

Zusammenfassung:
Rheinberger schreibt über unseren westlichen Naturbegriff und stellt zunächst das Bild der Asymmetrie zwischen Kultur und Natur vor. Der ökologische Wandel und dessen Folgen globaler, naturhistorischer Veränderungen für die Umwelt haben unser von Ausschluss und Beherrschung geprägtes Naturbild jedoch verändert. Er kommt zum Schluss, dass es nur Hybride der Kultur und der Natur gibt und stellt fest, dass es kaum mehr rein ökologische Netzwerke gibt, wie auch Technologien immer von einem ökologischen Standpunkt aus betrachtet werden (sollten). Rheinberger tritt für einen nachhaltigen Umgang mit der Natur ein und kritisiert in diesem Zusammenhang die Globalisierung der Landwirtschaft. Am Ende des Kapitels schreibt Rheinberger über Landschaften als sowohl natur- als auch kulturhistorische Netzwerke, in denen wir uns bewegen.


Alessandro (2007-05-08):

karte_01.jpg

karte_02.jpg

karte_03.jpg

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Karteikarte effi
Natur, NATUR
aus Iterationen, Hans-Jörg Rheinberger, Merve Verlag, Berlin 2005

Zusammenfassung:
Untersuchung des Begriffes der Natur versus Kultur. Natur sind Dinge und Prozesse, ohne menschliche Einwirkung, Kultur hingegen von Menschenhand produziert.
Fähigkeit des Menschen Natur zu verändern –> Naturkatastrophen (Lebensgrundlagen der Menschheit zerstört)
Ungleichgewicht zwischen Natur und Kultur–> Asymmetrie zwischen Völker.Mensch verantwortlich–> wünscht sich nachhaltigeren Umgang mit der Natur

Namen:
Donna Haraway, Rousseau, Latour, Darwin, Lévi-Strauss, Jacques Derrida, Helmuth Plessner

Bilder
-Schlinge (S.12)
-Bühne (S.35)

Begriffe:
-Asymmetrie
-Cartesische Deutlichkeit
-kulturelles Artefakt
-Transzendenz

Unterscheidungen:
Natur – Kultur
Westmenschen – Restmenschen
Spontanität(Natur) – Norm(Kultur)

“Natur, NATUR”, aus “Iterationen”, Hans-Jörg Rheinberger, Berlin, 2005, Merve.

Karteikarte von Heinzsnm05

“Natur, NATUR”, aus “Iterationen”, Hans-Jörg Rheinberger, Berlin, 2005, Merve.

Bilder:
-Flecklenwerk
-Vertrag zwischen Natur und Kultur
-Mischformen, Hybriden

Namen:
- Bruno Latur, franz. Soz. Und Philo. 1947

-Michel Serres, franz. Philo. 1930

-Levy Strauss, Ethnologe 1908

Begriffe:

- Natur
- Kultur
- Kulturgeschichte der Natur
- Orkus (Römischer Gott der Unterwelt, Verfall)
- Antinomisches Koreales
- Natur und Geselschaft

Zusammenfassung:
- Es beginnt mit einer Definition der oder des Begriffs Natur. Diese Beinnhaltet die trennung von Natur zur Kultur. Auf diesen Umstand wird nacher Eingegangen, wie sieht diese trennung aus? Ist sie überhaupt gerechtfertigt? Im nächsten Teil geht es um Mischformen, Hybride formen. Es wird von einem Vertrag der beiden Gesprochen. Im letzten Abschnitt werden an konkreten Beispielen die beiden Begriffe wieder Zusammengeführt, bsp. Bäuerliche natürliche Landschaft.
- Der Text setzt sich auch mit unserer abendländischen Sicht der Natur auseinander. Er wird ausgelöst durch die heutige Differenz zwischen Natur und Mensch. Oekologische Probleme und vortschreitende Technisierung

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Nico:::::

Natur, NATUR
aus Iterationen, Hans-Jörg Rheinberger, Merve Verlag, Berlin 2005

Zusammenfassung:
Natur gegen Kultur.. was wird durch uns beeinflusst oder besser gesagt was wird von uns lediglich erdacht? Unser Naturbegriff ist der universelle, nicht vom Mensch hergestellte. Würde jedoch die Natur nachhaltiger ‘behandelt’ (..Globalisierung) dann würde dies die Asymmetrie zwischen Kultur & Natur abschwächen. Natur und Kultur verfliesst, geht ineinander über.

Namen: Rousseau, Greenpeace, Lévi-Strauss, Michel Serves, Darwin, Donna Haraway

Bilder: goldene Brücke, tropische Regewälder, Missbildungen

Unterscheidungen: Natur-Kultur/Asymmetrie-Symmetrie/abstrakt-unlogisch

Begriffe: Asymmetrie, Globalisierung, historische Netzwerke, Mythos, Charakter der Universalität, Kulturgeschichte, Wissenschaftskritik

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Karteikarte Urban

Natur, NATUR (aus Iterationen, Hans-Jörg Rheinberger, Merve Verlag, Berlin 2005)

Namen:
Donna Haraway, Derrida, Rousseau, Latour, Darwin, Michel Serres

Bilder: Schlinge, Bühne

Unterscheidungen:
Kultur<->Natur
Subjekt<->Objekt
biomorph<->geomorph

Beriffe:
Romantik, Ökologie, Genom, Evolution, Moderne, Mythos, universelle Natur gesellschaftlicher Vertrag, Netzwerk, Transzendenz, globalisierte Natur

Zusammenfassung:
Rheinberger kritisiert die Vereinnahmung der Natur durch die westliche Kultur im begrifflichen sowie im materiellen (ökologischen) Sinn und leitet über die strukturelle Kongruenz von vom Gesellschaftsvertrag auf einen Naturvertrag ab den es zu schliessen gilt.

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Karteikarteneintrag von Oscar

„Natur, NATUR“,
aus „Iterationen“, Hans-Jörg Rheinberger, Merve Verlag, Berlin 2005

Namen:
Donna Haraway, Jean Jacques Rousseau, Bruno Latour, Charles Darwin, Claude Lévi-Strauss, Jacques Derrida, Helmuth? Plessner, Michel Serres, Jacques Lacan

Bilder:
goldene Brücke S.30/Z.9,
scharfer Schnitt S.34/Z.11,
Bühne S.35/Z.9

Unterscheidungen:
Naturgeschichte der Kultur
Kulturgeschichte der Natur
Natur = ausserhalb des menschlichen Einwirkungskreises
Kultur = geschaffen durch (menschliche) Lebewesen
Natur ?> Spontan normiert
Geomorph >
Asymmetrie >< Symmetrie

Begriffe:
Schlachtruf, Kampfwort
Romantik, Szientismus,Ökologie
Definitorischer Zugang
Kulturelles Artefakt
Skandal
naturalistische Manier
Cartesische Deutlichkei
Inzestverbot
Moderne
Mythos
Entitäten
Transzendenz

Zusammenfassung:
Kommt noch

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OM, 070408

«Natur, NATUR».

Hans-Jörg Rheinberger, „Iterationen“, Berlin, 2005, Merve Verlag Berlin.
Aus: Vortrag von Hans-Jörg Rheinberger, am „Lichtensteiner Exkurse II“. „Was wäre Natur?“. „Lichtensteiner Exkurse II“. „Was wäre Natur?“. Hrsg von Norbert Haas, Rainer Nägele und Hans-Jörg Rheinberger, Isele, Eggingen, 1995, S. 85-98.

Zusammenfassung:
Wir leben in einer Zeit in der Natur ein Kampfwort ist und zum Kulturkrieg der Herrschaft über sie oder des Vertragen mit ihr fordert.
Natur, nichtmenschliches Zutun und Wegtun, sei universal, spontan – Kultur, durch menschliches Zutun und Wegtun geschaffenes, trage die Eigenschaft des Relativen, das sich zum universellen emanzipieren und die NATUR d.h. globalisieren will.
Die abendländische Moderne hat einen Begriff und eine Praxis von Natur/Kultur geschaffen, die über eine Trennung, einen „scharfen“ Schnitt – uns / der, das andere – in dichotomer Asymmetrie interagiert. Das dabei Erkennbare wird im wissenschaftlichen Wahrheitsgebot verhandelt, justiert, aus und her gerichtet, berichtigt. Die so gewonnene Erkenntnis, sei das „Reale“ und wird unseren sozialen Beziehung, unseren Normen, „Skandalen“ untergeordnet. Die Natur als ein Artefakt der Kultur, der uns einen Handlungsraum in einer Welt ohne die Dinge ermöglicht. Denn der klassische Gesellschaftsvertrag schliesst mit seinen Rechtssubjekten die Naturdinge als vertragsfähige Subjekte aus. In dieser dichotom angelegten Konstituierungs-Maschine, die auf der Bedingung des Trennens, in Nicht-dazu-Gehören, in einem Natur-Ausschliess-Verfahren Produziert. Sie ist der Möglichkeitsrahmen der Konstituierung von unserem Ich-Bild / Natur-Bild, der einen rückbezüglichen Handlungsraum eröffnet für unser Bild der Welt. Sie hat ein Ideal der Natur entwickelt, die aus sich heraus und an sich ist, was sie ist.

Anhand des Diskurs um eine Definition des Begriffs Inzestverbot – Skandal (ein Begriff der sich der kulturell eingerichteten Differenz von Natur und Kultur entziehen sollte), besagt Derrida’s Dekonstruktion, dass die ganze philosophische Begrifflichkeit, die mit dem Gegensatz Natur/Kultur in einem systematischen Zusammenhang steht, darauf angelegt ist, das, was sie ermöglicht, im Ungedachten zu lassen: den Ursprung des Inzestverbots: «Es ist dasjenige, das sich diesen Begriffen entzieht und ihnen zweifellos – wahrscheinlich als ihre Möglichkeitsbedingungen vorausgeht. …»
Jeder Versuch, die Stelle zu denken, von der sich die Asymmetrien unserer modernen Weltkoordinaten herschreiben, scheitert eben an diesen Koordinaten. Ein Gefüge das keinen symmetrischen Blick auf Natur und Kultur möglich machen kann.

Doch die Mischwesen, die von der globalisierten NATUR ausgehen sind bedrohlich und unberechenbar: Ozonloch, Klimaerwärmung, Saurer Regen, Überdüngung, Aussterben, irreversibles verschwinden der Ressourcen etc. «Wir beunruhigen die ERDE und lassen sie erzittern! (…) Diese Grundlagenkrise ist nicht intellektueller Art, sie rührt weder an unserer Sprache noch an die Logik noch an die Geometrie, sondern vielmehr an die Zeit und unser Überleben (Serres).» Weder die Natur noch die Anderen werden modern werden.

Zeit und Raum zum Überleben sind in einem historisch gewachsenen Netzwerk und nicht in einer dichotomen Welt. Netzwerke, Fleckwerke – sind der Ort, von dem her Natur und Kultur überhaupt erst nicht-skandalös gedacht und in Zukunft auch gehandhabt werden könnten. In nachhaltig gedachter Zeit Kulturen anlegen, ist langfristig die Bedingungen dafür zu gewährleisten, dass sich die Bestände regenerieren können. Ums Vertragen geht es also. Wieviel lokale Vielfalt, wieviel fraktale Verschachtelung an Natur/Kultur-Dingen wollen wir in unserem gemeinsamen Haus ERDE. Ein Vertrag verträgt.
Im Naturvertrag, tritt die universalisierte Menschheit nun der globalisierten Natur gegenüber. Um über den sozialen Beziehungen die Welt der zirkulierenden und alles vernetzenden, auch verletzenden Dinge nicht zu vergessen. In einem Parlament der Dinge finden die Dinge wieder einen Sitz und Stimme.

Namen:
Norbert Haas, Psychoanalytiker. Prof. für Sprach- und Literaturwissenschaft;
Rainer Nägele, Germanist, Prof. für deutsche und vergleichende Literaturwissenschaften;
Donna J. Haraway; Biologin, Naturwissenschaftshistorikerin, Prof. für feministische Theorien und Technoscience;
Jean-Jacques Rousseau, Schriftsteller, Philosoph, Pädagoge, Komponist;
Greenpeace, internationale, unabhängige Organisation, kreatives und gewaltfreies, Engagement bei weltweiten Umweltproblemen;
Bruno Latour, Soziologe und Philosoph, Mitbegründer der Akteur-Netzwerk-Theorie;
Charles Darwin, Naturforscher, entwickelte und propagierte die Evolutionstheorie (Darwinismus);
Claude Lévi-Strauss, Ethnologe und Anthropologe, entwickelte die strukturelle Anthropologie;
Jacques Derrida, Philosoph, Begründer, Hauptvertreter der Dekonstruktion, Grundgedanke der „Différance“;
Helmuth Plessner, Philosoph, Soziologe, Hauptvertreter der Philosopischen Anthropologie;
Michel Serres, Philosoph, Wissenschaftsphilosoph, „Philosoph der Sinnlichkeit“, Etymologe
Jacquea Lacan, Psychoanalytiker, Schriften Sigmund Freuds neu interpretiert und radikalisiert;
René Descartes, Philosoph, Mathematiker und Naturwissenschafter (Cartesianismus)

Bilder (Begriffe, Worte die einem gefallen):
Kampfwort (Natur), s30 ; goldene Brücke der Geschichte, s30 ; Skandal der „anderen“, s31 ; Für wen ist was Natur?, s32 ; Restnatur, s32; Inzestverbot – Skandal, s33 ; … als ihre Möglichkeitsbedingung vorausgeht, s34 ; und im Ungedachten bleiben muss, s36 ; unser Selbstverständnis als Akteure der Moderne aufkünden, s..; Unerhörte Mischungen, s37 ; Natur – Orkus des Gemeinwesens (Kultur), s37 ; ihr Ab-Ort, Ab-Tritt, s37; Ort des Banns – die Bannmeile der Stadt, s37 ; Natur als das andere (vs. Zivilisation), s39 ; antinomische Korrelation, s39 ; … justiert, richtet her, richtet aus, berichtigt und unterrichtet, unablässig, s39 ; Natur-Ausschluss-Verfahrens Wissenschaft, s40 ; globalisierte Natur, s41 ; universalisierte Menschheit, s41 ; unser Naturbild, s42 ; Zurichtung in Gang setzen, s43 ; ums vertragen geht, s44 ; „Man muss sich das Reale wie einen Schleier vorstellen“, s46.

Prinzipielle Unterscheidungen:
Natur – NATUR ; Natur – Kultur ; Universell – Relativ ; Spontane – Norm ; Global – Lokal ; Geomorph – Biomorph ; Wiederkehr – Differenz ; Subjekt – Objekt ; uns – andere ; Symmetrie – Asymmetrie ; Westmenschen – Restmenschen ; Gesellschaftsvertrag – Naturvertrag ; Rechtssubjekte – Naturdinge; Moderne – Nicht-Moderne ; Skandal – Nicht-Skandal ; Inzestverbot – Wahrheitsgebot ; soziale Beziehungen – die Welt vernetzende, zirkulierende und verletzende Dinge ; Netzwerke, Fleckwerke – Dichotome ; Beziehungen – Inhalte.

Netz:
Lichtensteiner Exkurse, s30 (Tagung, Buchreihe) ; Mythologisches Denken, s.. (Symmetrie möglich) ; Moderne, s36 (Asymmetrie, Westmensch, uns) ; Asymmetrien, s39 (Weltkoordinaten) ; Megalomaschinerie, s40 (moderne technisch, wissenschaftliche Welt) ; Gesellschaftsvertrag, s37 (soziale Beziehungen) ; Naturvertrag, s37 (Netzwerke) ; Skandal, s.. (Kultur) ; Norm, s.. (soziale Beziehungen) ; Wahrheitsgebot, s39 (Justizieren) ; das Nicht-dazu-Gehören, s39 (Herrschaft, sich Konstituieren) ; Parlament der Dinge, s44 (Sitz und Stimme) ; Bauernkultur, s48 (gewachsen) ; Symmetrische Ökologie, s48 (Artefakt Natur).

Textstellen die durch die im Titel angelegte typographische VERSAL-Schreibung hervorgehoben sind:
- Von nun an gibt es Menschenmeere, physische Akteure im physikalischen System der ERDE. Der Mensch ist zum grössten Bestand und Anhängsel der Natur geworden, s40 ;
- Zugleich hat das dreihundertjährige Unternehmen des Natur-Ausschluss-Verfahrens Wissenschaft in seiner technologischen Form die Natur erst zu dem gemacht, als was sie uns heute gegenübertritt: als globalisierte Natur: NATUR jetzt grossgeschrieben, s40 ;
- „Wir beunruhigen die ERDE und lassen sie erzittern! (…) Diese Grundlagenkrise ist nicht intellektueller Art, sie rührt weder an unserer Sprache noch an die Logik noch an die Geometrie, sondern vielmehr an die Zeit und unser Überleben, s41 ;
- Diese Natur tritt der universalisierten Menschheit nun als DIE ebenso globalisierte NATUR gegenüber, reagiert mit globalen, in ihren Auswirkungen nicht abschätzbaren Veränderungen, s41.

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Karteneintrag von Mathias

„Die Wissenschaft des Konkreten“
Hans-Jörg Rheinberger, Iterationen – erschienen im Merve Verlag Berlin, 2005

Zusammenfassung

Querbeetreise durch Gaston Bacherlards Epistémologie, beginnend mit dem Begriff „progress du savoir“, anschl. Verbindungen und Abgrenzungen zu Claude Lévi-Strauss (Strukturalismus), desweiteren Abgrenzung vom (radikalen) Konstruktivismus, epistemologisches Hinderniss erklärt mit Charles Sanders Peirce.

Namen

Gaston Bachelard, Claude Lévi-Strauss, Descrates, Karl Popper, Hans Reichenbach
Norbert Haas
Rainer Nägele
Dominique Lecourt
Charles Sanders Peirce

Begriffe
Surrealismus
Strukturalismus
Poststrukturalismus
progès du savoir. Progress des Wissens, diskursive Bewegung der besonderen Art, permanenten Fortgang, ständiges Sich-Von-Etwas-Wegbewegen
Existenz der Wissenschaft, Fortschritt des Wissens
praxeologische (von Praxeologie; Wissenschaft vom (rationalen) Handeln) Einführung in die naturwissenschaftliche Forschung
als parallele Weise der Welterschliessung koexistieren
„bricolage“, „das Basteln“
Epistemologische Präliminarien (diplomatische Vorverhandlungen, vorläufige Vereinbarungen) (S. 104)
noumenalen Darstellungen von Erscheinungen(Noumenon; gr. Das Gedachte, Kant: Ding an sich) (S. 105)
verdinglichte Theoreme

Bilder
zeitgenössische Wissenschaft (S. 102)
Schlüsselemente ihrer besonderen Dynamik
wissenschaftliche Fortschreiten
unhintergehbarer Platz
Regel seines Spiels (S. 103)
Bordmittel
materiell-diskursiven Kreislauf (S.105)
Wissenschaftskrieg (S. 106)
Stadt der Wissenschaft

Unterscheidungen
abstraktes Denken – konkretes Denken (S. 102)
mythologisches Wissen – Wissenschaft
technische Ebene – spekulative Ebene (S. 103)
vorgängig – fortgängig
das wilde Denken – das Wilde zu denken
Bastler – Ingenieur
Ding – Theorem (S. 105)
begriffliche Produktivität – phänomenale Produktivität
Positivismus – Formalismus (S. 106)
Empirismus – Konventionalismus
Realismus – Idealismus

bk 070518
Meine Karten bring ich nächstes Mal mit, sie einzuscannen, wäre Euch eine Qual, da meine Schrift unleserlich ist. Dafür habe ich Euch einen Tipp: Meine Kids bloggen derzeit über Reden von Hannah Arendt. Mir persönlich bereitet es einen riesen Spass, schaut also mal rein in den Diskursraum. Ihr seid herzlich eingeladen, mitzudiskutieren.

Karteneintrag von Tobias

Die Wissenschaft des Konkreten
Hans-Jörg Rheinberger, Iterationen – erschienen im Merve Verlag Berlin, 2005

Zusammenfassung:

Hier dreht es sich um Ganzheitlichkeit. Gaston Bachlard, der Stilbildende Französische Wissenschafts-Philosoph steht dafür Pate. In der Essenz ging es ihm darum: die Begriffleichkeit der objektiven Wissenschaft hernieder zu ringen. Das Subjetive. Das lange von der Wissenschaft negierte. Dieses als wertvollen Erkenntniss-Baustein in den Forschungsprozess zu integieren. Kurz heißt das Épistémologie. Hans-Jörg Rheinberger verortet dies denn auch zwischen Phänomenologie und Positivismus; gespeist von Gaston Bachlards epochenübergreifenden Exgesen – gesäumt vom Surrealismus der 1930 Jahre bis zum Poststrukturealismus der 1960 Jahre.

Rheinberger spreizt Bachlards Thesen immer wieder von denen Claude Lévi Strauss. Zeigt, dass der Épistémologe zusammen denkt, was andere längst als prähistorisch, irrelevant brandmarkten. Will die Modere wieder mit seiner Geschichte versöhnen, die ja all das Mythologische schon längst abgestreift zu haben wähnt. Zum Heile der Wissenschaft. Des reinen Erkenntniss-Gewinns. Sein Ruf gilt der Regionalisierung. Dem Bewusstsein, dass neben all den Apparaten, auch das gelten solle, was diese umgibt: All die Irrtümer. Ihre eigene Kultur. Ihre eigene Philosophie. “Erzählt mir was ihr denkt”, rief er den Forschern in ihren Brutstätten zu; “Konfrontiert uns lieber mit euren kräftigen Vormittags- Rationalismus als mit euren Feierabend Empirismus”.

Später vermisst Hans-Jörg Rheinberger nochmal den Bereich zwischen Kultur, Wissenschaft: Nach Claude Lévi Strauss liegt die Kunst Erkenntis und dem mythischen Denken. Laciert hier nochmal den Begriff des Bastlers, laut Strauss ein Abbild jenes Graubereichs, in dem sich Kunst und Wissenschaft schneiden. Und trifft sich somit irgendwie mit demépistémologischen Wissen-erschaffendem Bilde Bachlard: eine kollektive Kultur generierende Maschine.

Bilder:
Wissenschaftskrieg
Namen:
Gaston Bachlard, Claude Lévi-Strauss, Karl Popper, Hans Reichenbach

Karteneintrag von Jasmine

Die Wissenschaft des Konkreten
Hans-Jörg Rheinberger, Iterationen – erschienen im Merve Verlag Berlin, 2005

Zusammenfassung

Namen

Gaston Bachelard, Claude Lévi-Strauss, Descrates, Karl Popper, Hans Reichenbach

Bilder

Unterscheidungen

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KARTE(IEI)NTRAG von Oscar De Franco

“Die Wissenschaft des Konkreten”
aus „Iterationen“, Hans-Jörg Rheinberger, Merve Verlag, Berlin 2005

Name

Gaston Bachelard (* 27. Juni 1884 in Bar-sur-Aube; † 16. Oktober 1962 in Paris) war ein französischer Philosoph, der sich mit Wissenschaftstheorie und Dichtung gleichermaßen beschäftigte. In Wissenschaft wie künstlerischer Imagination sah Bachelard zwei unterschiedliche, aber gleichwertige Möglichkeiten, sich der Differenz des Neuen zu öffnen, als Mensch zu wachsen. Im Bereich der Wissenschaftstheorie sind seine Begriffe Erkenntnishindernis und epistemologisches Profil von Bedeutung.

Claude Lévi-Strauss (* 28. November 1908 in Brüssel) ist französischer Ethnologe und Anthropologe. Er gilt als Begründer des Strukturalismus.

Der Wissenschaftstheoretische Strukturalismus, oder auch Strukturalistisches Theorienkonzept (nicht zu verwechseln mit dem “linguistischen” Strukturalismus), ist ein seit Anfang der 1970er Jahre entwickeltes wissenschaftstheoretisches Forschungsprogramm, in dem vom herkömmlichen Theorienbegriff, der Theorien als Mengen von Sätzen auffasst, abgegangen wird.

René Descartes (* 31. März 1596 in La Haye/Touraine, Frankreich; † 11. Februar 1650 in Stockholm, Schweden) war ein französischer Philosoph, Mathematiker und Naturwissenschaftler.

Sir Karl Raimund Popper (* 28. Juli 1902 in Wien; † 17. September 1994 in London) war ein österreichisch-britischer Philosoph, der mit seinen Arbeiten zu Erkenntnistheorie, Wissenschaftstheoretiker und politischen Philosophie den Kritischen Rationalismus begründet hat.

Hans Reichenbach (* 26. September 1891 in Hamburg; † 9. April 1953 in Los Angeles) war Physiker, Philosoph und Logiker.

? * Benjamin Peirce (1809-1880), US-amerikanischer Astronom, Mathematiker und Lehrer; Vater des Philosophen Charles S. Peirce
? * Charles S. Peirce (1839-1914), US-amerikanischer Mathematiker, Philosoph und Logik

Bilder

Bastler
Stadt des Wissens
„relativistischen Bezirk“ in der Stadt der Mechanik
Inseln wissenschaftlicher Kultur
Fiickwerkstruktur
Folie

Unterscheidungen (Antonyme?)

Konretes Denken /abstraktes Denken
Ding /Theorem
Formen des Wissens / Welt der Erscheinungen
Abstrakt-wissenschaftiliches Denken / Konkret-mythologisches Denken
Sinnliche Erkenntnis / Wissenschaftliche Erkenntnis
Cartesisches / nicht Cartesisches Bild
Individuum / Gruppe von Individuen
Kantonisiert / nicht kantonisiert

Begriffe

Heteroklit
Radikaler Konstruktivismus
Wissenschaftkrieg
Wechselwirkung
Regionale Manifestation
Koordinatensystem der Klassifikation
Posivitismus Formalismus
Empirismus Konventionalismus
Realismus Idealismus
„Angewandten Rationalismus“ „technischen Materialismus“
„verteilte Philosophie“
„Feierempirismus“ „Vormittagsrationalismus
„ProzessEpistemologie“
Regionalisierung des Wissens
Kulturelle Codes
„Rektifikation-Berichtigung und Ausrichtung des Wissen“
Rekurrenz
Wissen Evulotion des Geistes
Reorganisation von Wissensdomänen im Sinne einer pluralisierten Mythologie
Objekte der Wissenschaft
Instrumentell
Apparativ
Phänomenotechnik Phänomenologie
„Instruktion“
historischen Prozess
Historisches Jenseits
„effektive interpsychologische Arbeit“
„effektiv sozial konstituiert“
„Kräfte der Fixierung“
„Komprehension“-„das Wirklich neue Faktum“
„Ko-Evolution“
utilitaristische und pragmatistische Interpretation
„Geschichte einer permanenten Reformation“

Zusammenfassung

„Komprehension“-„das Wirklich neue Faktum“ oder die „Geschichte einer Permanenten Reformation“

—->Mehr als einige “Fundaments”fragen zurzeit vorhanden

A imaginação segundo Bachelard

(quadro de Mark Ryden, “Snow White”, s/d)

“L’imagination n’est pas comme le suggère l’étymologie, la faculté, de former des images de la réalité, elle est la faculté de former des images qui dépassent la réalité, que changent la realité. Elle est une faculté de surhumanité”1

Gaston Bachelard (1884-1962)

1 BACHELARD, Gaston – L’eau et les rêves. Essai sur l’imagination de la matière. Paris: J. Corti, 1942. p.23test test

Hans-Jörg Rheinberger/ Iterationen/ Die Wissenschaft des Konkreten/ Karteikarte von Heinz Winter snm05

Zusammenfassung

Der Text geht auf die Ansichten von Gaston Bachelard ein und will der wissenschaftlichen Erkentnissgewinnung auf den Grund gehen. Es werden zuerst ver. Formen des denkens unterschieden und auch wird der Wissenschaftler vom Bastler getrennt. Der Text behauptet das neue Objekte auch erst durch einen matheriell –diskursieven Kreislauf erkannt werden können (bsp. Durch wissenschaftliche Instrumente werden erst Objekte gemessen).
Weiter behauptet er das jeder Wissenschaftsbereich seine eigene lösungdsansätzte oder gesetzmässigkeit der Erkentnissgewinnung mit sich bringt. Er spricht von der Regionalisierung des Erkentnissprozesses. Es folgen nun drei Aspekte die den Kern von Bachelers Aussagen beschreiben. (1. Obj. Der Wiss. Nicht unbedingt gegeben. 2. Der Weg zum Objekt … 3. Beziehung zwischen wiss. Geist und Objekt) Wissenschaftliche erkentniss wird als Arbeit beschrieben. Weiter geht er auf die Wissenschaftliche Gemeinde ein. Zum Schluss geht der Text noch auf die hystorische abhängigkeit irer eigenen erkentniss ein.

Namen
- Gaston Bachelar (1884 -1962)
- Levi Strauss

Bilder
- Bastler
- Regionalisierung der Wissenschaft
- Stadt der Wissenschaft

Begriffe

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A.F.

Namen:
Gaston Bacherlard, Claude Lévi-Strauss, Descartes, Karl Popper, Hans Reichenberg, Louis de Broglie, Peirce

Unterscheidungen:
Konkret <> Abstrakt (S. 102)
Bastler <> Ingenieur (S. 103)
Positivismus <> Formalismus, Empirismus <> Konventionalismus, Realismus <> Idealismus (S. 106)
Feierabend-Empirismus, Vormittags-Rationalismus (S. 108)
sinnliche Erkenntniss <> wissensch. E. (S.113)
cartesisch <> nicht cartesisch (S. 119)
erkennendes Individuum <> Gruppe von Individuen, (S. 120)
Komplexität <> Einfachheit (S. 125)

Bilder:
Theorienstreit/-diskurs

Begriffe:
S. 101: Surrealismus, (Post-) Strukturalismus, progrès du savoir, Fort-Gang, Sich-Von-Etwas-Wegbewegen; S. 102: Dynamik, praxeologische Einführung, Forschungsprozess; S. 103: Wildes Denken, bricolage, vorgängig, fortgängig, instrumentelles Universum, Bordmittel; S. 104: epistemologische Präliminarien, rationalisme appliqué; S. 105: materiell-diskusiver Kreislauf, Theoreme, Anfangspunkt, Wiederholung; S. 106: regionale Phänomene, Koordinatensystem der Klassifikation, Paradoxon; S. 107: verteilte Philosophie, Entdeckungsprozeduren; S. 108: Feierabend-Empirismus, Vormittags-Rationalismus; S. 109: Kerne der Apodiktizität; S. 110:
relativistischen Bezirk, kulturelle Codes, Formen der Emergenz, Rekurrenz; S. 111: Zwittrigkeit, variable Struktur; S. 112: pluralisierten Mythologie, Wissensobjekte; S. 113: epistemologischer Akt; S. 114; instrumentell, apparativ vermitteln, Phänomentechnik; S. 115: Realisierungstechnik, Instruktion, Erkenntnisbefangenheit; S. 116: nebelhafte Erscheinungen, Logik; S. 117: Erkenntnisgewinnung ist Arbeit, epistemologische Hindernis, Langsamkeiten, Trübungen, Apparat des Räsonierens, Prozedur, Erlangung; S. 118: Zeichen(-haftigkeit), Begriff; S. 119: Jenseits, Signum; S. 120: kollektive Dimension, erkenntnistheoretischer rahmen, Kantone, Quartiere, Stadt der Wissenschaft; S. 121: erkennendes Individuum, Gruppe von Individuen, Spezialisierung; S. 122: Kräfte der Fixierung aufs Detail, soziales Datum; S. 123: Ko-Evolution, Appendix der Wissenschaften, Noumena; S. 124: Konstruktion, Künstliche, Syntax, Netzwerk, semantische Revolution; S. 125: historische Epistemologie; S. 126: synthetische Leistungen, Finalität der Gegenwart; S. 127: Selbst-Distanzierung/Polemik/Negation, richtiges Taktgefühl, Geschichte eine permanenten Reformation

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karteikarte urban schwegler

Bilder:
das Fortschreiten der Wisenschaft (101bis127), der Bastler, materiell-diskursiver Kreislauf, Ausrichtung und Rekonfiguration (111) historisch Achse, “die Wahrheit von heute hat gerichtete Zwitrichkeit eines Richters” “das Jenseits des Wissenschaftlers kann nur durch das diesseits des Bastlers gewonnen (erreicht) werden; Kulturen Stadt der Wissenschaften (sozietäten) Instrumente der Wissenschaften (technik/sprache); finalität der Wissenschaften

Namen:
Gaston Bachelard, Lévi-Strauss, (Peirce, Louis de Broglie)

Unterscheidungen:
konkretes-abstraktes Denken(102) -:- mytologisch-wissenschaftlich -:- Zeichen-Begriff (118)
vorgängig-fortgängig (103)
Bastler-Wissenschaftler
wahrheiten-Irrtümer
sinnliche-wissensch. Erkenntnis
cartesisches-nichtkartesisches bild der wissensch.

Zusammenfassung:
beschreibt die Beziehung des zu Erforschenden zum Forschenden und dessen Zeitliche Entwiklung, sowie die kultur der Wissenschaften unter de, aspekt der Erkenntnisgewinnung.

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Andreas Beitrag hier

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minh:

Vortrag: Liechtensteiner Exkurse V. – von Norbert Haas, Rainer Nägele und Hans-Jörg Rheinberger, Eggingen 2004
Zusammenfassung:
Dieser Vortrag will auf das Werk von dem französischen Philosophen Gaston Bachelard aufmerksam machen. Bachelard versteht den Fortschritt des Wissens als diskursive Bewegung. Er fordert die Anstrebung des angewandten Rationalismus oder eines technischen Materialismus. Die Wissenschaft und Technik sieht er in einem evolutionären Prozess von wechselseitiger Anpassung.
Bilder:
Arsenal, Wissenschaftskrieg
Namen:
Gaston Bachelard, Claude Lévi-Strauss, Karl Popper, Hans Reichenbach, Peirce, Louis de Broglie,
Begriffe:
Surrealismus, Strukturalismus, Poststrukturalismus
heteroklit, praxeologisch
Präliminarien
Positivismus, Formalismus, Empirismus, Konventionalismus, Realismus, Idealismus
Kerne der Apodiktizität
Rektifikation
Rekurrenz
Obstakel

Teleologie
Unterscheidungen:
abstraktes Denken / konkretes Denken

cartesisches Weltbild / nicht-cartesisches Weltbild

///Karteikarte // nico brühlmann

Barthes, Roland / Die Strukturalistische Tätigkeit, Kursbuch 5 1966, S. 190-196

Zusammenfassung:
Barthes versucht im Text den Strukturalismus (was auch immer dieses Wort nun wirklich bedeuten mag) zu erfassen. Zentrale Wörter wie Signifikat, Signifikant, Diachronie, Synchronie sollen eine strukturalistische Einstellung verdeutlichen. Der Strukturalismus sei aber doch keine Schule, keine Bewegung… es ist vielmehr eine Tätigkeit; erneutes Zusammensetzen oder Rekonstruieren eines “Objektes” mit dem Ziel, “etwas” zu erfahren, das im ursprünglichen Objekt oder Kontext nicht offensichtlich war. Anders gesagt, das Erscheinen einer Funktion ist zentral.
Das Herstellen einer Bedeutung ist der wesentliche Punkt, nicht die Bedeutung und Errungenschaft selbst. Auch bleibt der strukturale Mensch somit selbst ein gewisses “selbstloses” Ding, wenn Barthes gegen Ende schreibt.. “..liegt dem strukturalen Menschen wenig daran, ob er dauert (…)”. Barthes Text macht den “Strukturalismus” in groben Zügen fassbar, dh. man kriegt eine gewisse Vorstellung oder ein ‘Gefühl’ für ihn. Verständlich wird er jedoch nicht, ebenso wenig rationell erklärt oder nachvollziehbar.

Namen:
Saussure, Lévi Strauss, Mondrian, Butor, Gardin, Hegel, Brecht

Bilder:
ungeheure Maschine, der Grieche, Künstler, Analytiker, Bühnenscheinwerfer

Begriffe:
Synchronie-Diachronie / Signifikat-Signifikant / Zerlegung-Arrangement / Tätigkeit-Wesen / real,rationell-funktionell / Rationalismus-Irrationalismus

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karteikarte alessandro
die strukturalistische tätigkeit, roland barthes, kursbuch 5, suhrkamp, 1966

begriffe:
(190) struktur, form, zeichen, bedeutung, deterministisches schema, signifikat & signifikant, synchronie & diachronie
(191) praktizieren der struktur, geregelte aufeinanderfolge, rekonstruieren der wirklichkeit, simulacrum
(192) analogie, komposition
(193) objekt, zerlegung und arrangement, paradigma, signifikative existenz
(194) operation, kleinster unterschied, formen
(195) funktionales
(196) mantik, irrationalismus

unterscheidungen:
(190) schule <> bewegung, strukturalismus <> deterministisches schema
(191) schöpfung <> reflexion, wirtschaftlicher strukturalismus <> kunst
(195) ratonal <> funktional
(196) strukturaler mensch <> irrationalismus

namen:
(190) de saussure
(191) lévi-strauss
(192) trubetzkoj, dumézil, granger, jp richard,
(193) mondrian, pousser, butor
(195) hegel
(196) brecht

zusammenfassung:
der strukturalismus ist weder eine schule noch eine bewegung. viel mehr ist es eine tätigkeit, welche zum ziel hat die struktur der realität/wirklichkeit nachzuahmen und zu rekonstruieren, deren regeln (und funktion) zu analysieren und verstehen.
dabei wird das objekt zerlegt und neu zusammengesetzt um fuktionen erscheinen zu lassen. laut barthes trifft deshalb der begriff strukturalistische tätigkeit besser als strukturalistisches werk zu. der strukturalismus versucht die geschichte an formen zu binden, nicht nur an inhalte.

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absolut offtopic von unbekannt ^^

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zugang zum “künstler”
debatte wissenschaft-natur

tadao ando – architecture of silence
/architektur der stille

“nature and geometry are expertly united by tadao ando resulting in a serene and tranquil architecture.”

naoshima insel, art house project

art house project on naoshima isle // museum of contemporary art
. stichworte:
ästhetik des betons, japanische architektur,
japanischer raumauffassung, umgang mit natur in architektur
wie auch im leben.

. tadao ando, ein typischer jap. architekt? umstritten frage, ob die
“japanischen werte” in seinen werken und objekten wirklich so
ersichtlich sind oder nicht. seine eigenen beschreibungen deuten
jedoch teilweise stark in diese ‘richtung’…

. auseinandersetzung mit der natur – tadao ando verbindet und
trennt jedoch gleichzeitig die natur und deren landschaft mit/von
der wissenschaft und deren geometrischen und architektonischen
errungenschaften und mitteln.

minami-dera, kunsthaus auf naoshima > james turell, backside of the
moon / . völlig abdunkelbarer raum, ideal für lichtprojektionen:::

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minami-dera //

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Andreas Beitrag hier

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bk

Eduardo Kac lotet nach eigenen Worten die Grenzen zwischen Mensch und Nichtmensch aus; dies, so scheint es mir, indem er wissenschaftliche Werkzeuge zu künstlerischen Medien umwandelt. So zum Beispiel mit seinem fluoreszierenden Kaninchen. Betrachtet man das Bild, so sieht man einen Mann vor einer stilistisch dominanten Tapete, der ein scheinbar weisses Kaninchen in Armen hält.

Man liest: Es ist genmanipuliert, weshalb es fluoresziert. Doch dies ist Erzählung und geht aus dem Bild nicht hervor. Er bewegt sich also zwischen Fiktion und vor Täuschung nicht gefeiter Wirklichkeit und zwingt uns also, andere Referenzpunkte zu finden, deren da wären: Eigenes Wissen über Genmanipulation, Kenntis fiktionaler Texte – z.B. Alice im Wunderland -, eigene Phantasie.

Beitrag von Tobias:

Mit Adam Green in die Glätscher-Dämmerung

Die Situation ist brisant: Weltweit befinden sich Gletscher auf dem Rückzug; so verloren Beispielsweise die Alpen-Gletscher seit Mitte des neunzehnten Jahrhunderts rund zwei Drittel ihrer Masse. Doch das Phänomen der Gletscher-Schmelze entwicklete sich längst zum globalen Problem fort. Allerorts manifestiert sich diese Szenerie: So sieht der Direktor des Instituts zur Erforschung des tibetischen Hochplateaus, Yao Tandong zukünftig die Trinkwasserspeisung von 1,3 Milliarden Chinesen durch den Schwund des Yulong-Gletscher in der südwest-chinesischen Provinz Yunnan bedroht. Auf der anderen Seite steigen die Wasserspeicher: 50 Meter pro Jahr schwand, laut dem Wissenschaftsmagazin „Science“, in den letzten fünfzig Jahren durchschnittlich das Packeis der Antarktis, und ließ damit den Meeresspiegel um rund drei Millimeter klettern. Die ewigen Eiskolosse sind ihrer Vergänglichkeit preisgegeben.

Gletscher-Dämmerung also. Um diesen Komplex schichtete nun vergangenen Herbst die Eres-Stiftung, Forum für aktuellen Kunst- und Wissenschaftsdiskurs, ihren Think-Tank an der Münchner Maximilianstrasse, in der alten Residenzpost. Neunzehn Künstler und Wissenschaftler wurden gebeten, ihre Visionen zu diesem düsteren Thema zu Exponaten oder Expertisen zu verdichten. Einzig hierbei ist die Symbiose: Wissenschaftliche Zukunftsszenarien und Lösungsansätze werden gleichrangig neben künstlerische Abstraktionen gestellt. Sabine Adler, Kuratorin der Eres-Stiftung, bezeichnete dann auch die Ausstellung als Labor, in dem gerne Neues entstehen soll. Jedoch schon die Koexistenz der beiden Disziplinen ist alle Achtung wert. Selten auch die Ausgewogenheit und durchdringende Prägnanz der Werke, gleich ob Installation, Malerei oder Fotographie. Alle verzichten bewusst auf rüde Schockmomente, setzen derweil lieber auf subtile Momente der Beklemmung, wie Stephan Hubers Werk „Shining“, oder Peter Fends Tabula rasa-Fiktionen „Munich-Energy-Projekt“.

Stephan Huber: Shining

Der 54 jährige Huber definiert seine Kunst ausschließlich über seine Biographie. Authentizität lebe von Unmittelbarkeit. Und so steht und fällt seine Installation von der biederen Beschaulichkeit eines idyllischen Bergrefugiums, eingeschlossen vom imposanten Eismassiv. Bedeutungsschwangere Kunst aber ist dem pop-affinen Stephan Huber, der auch einen Lehrstuhl an der Akademie der bildenden Künste in München inne hat, unkommod.
Kunst müsse nicht immer den Zeigefinger recken, schon gar nicht immer die Welt verbessern. Schließlich dürfe Adam Green auch gnadenlos sinnentleert und über-hypt durch den Pop waten.

Wesentlich konkreter wurde da Peter Fend. Der Wahl-Berliner und Amerikaner arbeitete sich schon in den 80er Jahren an der Fiktion einer fossil-freien Energiegewinnung ab. Sein Crossover an künstlerischen Habitus und visionär-wissenschaftlicher Ausrichtung macht ihn wohl zu so etwas wie einer neuen Spezies von Umwelt-Aktivist. Seine Arbeit hängt Peter Fend an dieser Idee auf: Meeralgenplantagen und ihr Abfallprodukt, das Methan, sollen zukünftig den Energiehunger auf schonende Art stillen.

Zum Finale kulminiert dann das Treffen der verschiedenen Klassen in einem Symposium. Credo: eine gemeinsame Sprache der verschiedenen Diziplinen finden. Bedeutender aber wohl folgende widerliche Randerkenntnis aus Al Gores Film “Eine unbequeme Wahheit”, dem Peter Fend Samstags seine Antwort “Günstige Taten” entgegensetzt: Setzt man einen Frosch abrupt ins warme Glas, spring er heraus. Erhitzt man das Glas kontinuierlich, platzt er irgendwann. Keine guten Aussichten.
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Wissenschaft vs. Kunst

Beitrag Sonja:
Loes Modderman: Microscopic Science Art

http://www.scienceart.nl/Frames/HOMEpage.htm

Als Kristallisation bezeichnet man den Vorgang der Verhärtung, der zur Bildung von Kristallen führt.

Er kann aus einer Lösung, einer Schmelze, der Gasphase, einem amorphen Festkörper oder auch aus einem anderen Kristall (Umkristallisation), aber immer durch Kristallbildung und Kristallwachstum, erfolgen. Bei diesem Prozess wird Kristallisationswärme frei.
Damit sich ein Kristall bilden kann, muss der auszukristallisierende Stoff zunächst in Übersättigung gebracht werden. Dies geschieht zum Beispiel durch Abkühlungsprozesse von Lösungen oder von Schmelzen, oder durch Verdampfen des Lösungsmittels. Bei Kristallen, die aus mehreren Komponenten bestehen (zum Beispiel Ionenkristalle), kann die Übersättigung auch durch Mischen von zwei Lösungen hergestellt werden, die jeweils eine der Komponenten enthalten.
Dabei ordnen sich die zuvor gelösten Moleküle bzw. Elemente in einer regelmäßigen, teils stoffspezifischen Form an. Dieser Prozess kann beschleunigt werden, wenn Impfkristalle hinzugefügt werden, die dann in der übersättigten Lösung weiterwachsen. Die Kristalle können dann durch Filtration, Flotation, Zentrifugation oder Siebung von der Lösung getrennt werden (siehe auch Trennverfahren).
Quelle: Wikipedia

Loes Modderman arbeitet bei den Aufnahmen ihrer Mikrokristalle hauptsächlich mit polarisiertem Licht sowie und/oder selbst hergestellten Farbfiltern. Ihre preisgegebenen Materialien sind:
-Ascorbinsäure
-Paracetamol
-Cholesterol
Des weiteren sammelt sie mit Faszination Sandkörner aus der ganzen Welt, die sie selbst auch unter dem Mikroskop abbildet.
crystalscrystalscrystals
paracetamol_1.jpgparacetamol_1.jpgparacetamol_1.jpg
ascorbinsaure_2.jpgascorbinsaure_2.jpgascorbinsaure_2.jpg

Die echte Reise einer Entdeckung besteht nicht aus
dem Suchen neuer Orte, sondern dem Sehen mit
neuen Augen. (Marcel Proust, 1871-1922)

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retrograd (christoph keller)
KUNST <<>>WISSENSCHAFT

KÜNSTLER > CHRISTOPH KELLER

EINTRAG > OSCAR DE FRANCO


“Kunst ist das einzige, was Menschen übrig bleibt, die der Wissenschaft nicht das letzte Wort überlassen wollen.
Dieser Ausspruch Marcel Duchamps trägt einen “Erlösungsgedanken” in sich, der für das heutige Verhältnis von Kunst und Wissenschaft sicherlich keine ungebrochene Gültigkeit hat. Weder beansprucht die Kunst, ihrerseits das letzte Wort zu haben, noch lehnt die Wissenschaft ab, sich von künstlerischen Vorgehensweise anregen zu lassen. Eine wichtige Aufgabe der Kunst ist es allerdings nach wie vor, Entwicklungen in der Wissenschaft wie auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen kritisch zu verfolgen.
Bei der ars viva 00/01 – Kunst und Wissenschaft werden vor allem Künstler vorgestellt, die sich in ihrer Arbeit mit dem Verhältnis von Kunst und Wissenschaft beschäftigen.
e-mail-interview
Hans Ulrich Obrist ( Q ) Die FragenChristoph Keller ( A ) Die Antworten


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Spielt das Medium des Gesprächs für Dich eine wichtige Rolle?

Welche Rolle spielt für Deine Praxis der Dialog mit anderen Künstler/innen und mit anderen Disziplinen?

Wo liegen die Anfänge Deiner transdisziplinären Arbeitsweise? ?

Der Pariser Urbanist Yona Friedman sagte mir in einem Interview, daß er Begriffe wie Trans- und Interdisziplinarität vermeidet, da sie den Keim des Disziplinären in sich bergen. Er ersetzt diese Begriffe durch globales Handeln, globales Denken, Denken in globalen Zusammenhängen. Wie siehst Du diese Definitionsproblematik?

Wie kann man der Gefahr begegnen, daß Transdisziplinarität zum Verlust von Differenz führt im Sinne einer Nivellierung der Vokabulare, und wie kann man vermeiden, daß komplexe Diskurse in einer Disziplin vereinfacht werden? Wo siehst du konkrete Möglichkeiten, zentrifugale und zentripetale Aspekte des Wissens so zu verbinden, daß hochkomplexe Wissensfragen über die jeweiligen Grenzen einer Disziplin hinaus diskutiert werden?

Im Architektur-Kontext spielen unrealisiert Projekte eine große Rolle. Oftmals werden zuerst als unmöglich geltende Projekte Jahre später realisiert, auch deshalb realisiert, weil sie veröffentlicht wurden und dadurch zu existieren begannen. Im Kunstkontext sind nicht realisierte Projekte von Künstlern/Künstlerinnen äußerst selten publiziert. Es scheint mir wichtig, diese “roads not taken” nicht zu vergessen und zur Diskussion zu stellen (zu große Projekte, zu kleine Projekte, zensierte Projekte, vergessene Projekte etc.). Deshalb die Frage, “what are your favourite unrealized projects?”

Wie siehst Du den Übergang von der Arbeit in der “Botschaft e.V.” zu Deiner jetzigen Einzelposition? Haben sich die Modalitäten der Zusammenarbeit verändert?

Du beschreibst Deine Position als Künstler/Erfinder, der die Rollen wechseln kann, wobei mir sehr interessant erscheint, daß es sich bei diesem Rollenwechsel für Dich nicht um ein fiktives Spiel handelt, sondern um “Realitätsinterventionen”. Welche Rolle spielt für Deine Arbeit der Kunstkontext? Gibt es eine andere Ökonomie als Alternative zum Kunstkontext? Müssen Werke noch geschützt werden?

Kommt es bei Deiner Arbeit mit Patenten zur Zusammenarbeit mit Anwälten?

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Jeanette Schulz ( A ) Die Antworten


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In einem Telefon-Interview, das ich mit Heinz von Foerster vor einiger Zeit führte, spricht er über das zirkuläre und nicht-lineare Gespräch der Kybernetik. Er sagt, daß das Wesentliche, das wir durch Kybernetik gelernt haben, das Denken in Zirkeln sei: daß etwas von A nach B und von B nach C wieder zu A zurückkehrt.

Arensberg hat mit Duchamp und Künstlerfreunden regelmäßig Salons organisiert, John Cage hat Salons in seiner Küche organisiert, hat den Salon vom bürgerlichen Wohnzimmer in die Küche verlegt. John Brockman organisierte mit Edge zuerst mobile Salons in verschiedenen Städten, jetzt im Internet. Wie siehst Du heutzutage die Möglichkeiten von aktuellen und virtuellen Salons?

Im Architektur-Kontext spielen unrealisierte Projekte eine große Rolle. Oftmals werden zuerst als unmöglich geltende Projekte Jahre später realisiert, auch deshalb realisiert, weil sie veröffentlicht wurden und dadurch zu existieren begannen. Im Kunstkontext sind nicht realisierte Projekte von Künstlern/Künstlerinnen äußerst selten publiziert. Es scheint mir wichtig, diese “roads not taken” nicht zu vergessen und zur Diskussion zu stellen (zu große Projekte, zu kleine Projekte, zensierte Projekte, vergessene Projekte etc.). Deshalb die Frage, “what are your favourite unrealized projects?”

Wie siehst Du in Deinem “Offenen Labor” den Werkbegriff? Sind Werke Versuche, Experimente? Kommt der Prozeß im Werk zum Stillstand oder sind die Werke works in progress? Wie definierst du vor diesem Hintergrund die “Theoretischen Objekte” und “State of the Art”?

In einem Text sprichst du von den Werken als “Stepping Stones for Thoughts”. Ist “Stepping Stones for Thoughts” im Sinne von Trigger, von Anstoß zu verstehen?

Sehr interessant finde ich Deine Anmerkung zum Selbstversuch.

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Haghighian ( A ) Die Antworten


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Spielt das Medium des Gesprächs für Dich eine wichtige Rolle?

Welche Rolle spielt für Deine Praxis der Dialog mit anderen Künstlern/Künstlerinnen und mit anderen Disziplinen?

Wie beurteilst Du den Begriff der dritten Kultur, den John Brockman in seinem 1996 erschienenen Buch The Third Culture. Beyond the Scientific Revolution geprägt hat? Er postuliert darin die Entstehung eines “third space”, eines dritten Raumes, indem sich die Dichotomie zwischen Kunst und Wissenschaft auflöst.

In ihrer letzten Publikation Es ist so. Es könnte auch anders sein (Frankfurt a.M. 1999; siehe auch Nowotny in: Weltwissen, Wissenswelt, Hrsg. Maar/Obrist/Pöppel, Köln 2000) stellt Helga Nowotny, Professorin für Wissenschaftsphilosophie an der ETH Zürich, fest, daß angesichts der Tatsache, daß Wissenschaft zunehmend sowohl vor einem utilitaristisch-instrumentellen als auch demokratisch legitimierten Kalkül zu bestehen hat, die relative Autonomie wissenschaftlicher Arbeit verloren zu gehen droht. Hakim Bey spricht in Anlehnung an den Entwurf der Ville Dérive der Situationisten von der Notwendigkeit temporürer autonomer Zonen (Hakim Bey, T.A.Z. – Die temporüre autonome Zone, Berlin 1994). Wie könnten solche temporären autonomen Laboratorien erzeugt werden? Im Ausstellungszusammenhang? Anderswo?

Wie kann man der Gefahr begegnen, daß Transdisziplinarität zum Verlust von Differenz führt im Sinne einer Nivellierung der Vokabulare, und wie kann man vermeiden, daß komplexe Diskurse in eigener Disziplin vereinfacht werden? Wo siehst Du konkrete Möglichkeiten, zentrifugale und zentripetale Aspekte des Wissens so zu verbinden, daß hochkomplexe Wissensfragen über die jeweiligen Grenzen einer Disziplin hinaus diskutiert werden?

Zu Deinem Einwand, ob temporäre autonome Zonen überhaupt erzeugt werden können, ob sie nicht eher dort entstehen, wo Grenzen übertreten werden und Autorität untergraben wird. Wie siehst du in diesem Zusammenhang die Möglichkeit der künstlerischen, außerinstitutionellen Selbstorganisation?

Felix Gonzalez-Torres hat die Infiltration als für die 90er Jahre exemplarische Strategie formuliert (“I want to be the one that looks like something else in order to infiltrate, in order to function like a virus.”) Ist diese Strategie in der New Economy weiterhin brauchbar oder sind neue künstlerische Strategien notwendig?

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Hörner/Antlfinger ( A ) Die Antworten


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Spielt das Medium des Gesprächs für Euch eine wichtige Rolle?

Wo liegen die Anfänge Eurer transdisziplinären Arbeitsweise?

Wie beurteilst Du den Begriff der dritten Kultur, den John Brockman in seinem 1996 erschienenen Buch The Third Culture. Beyond the Scientific Revolution geprägt hat? Er postuliert darin die Entstehung eines “third space”, eines dritten Raumes, indem sich die Dichotomie zwischen Kunst und Wissenschaft auflöst.

Arensberg hat mit Duchamp und Künstlerfreunden/-freundinnen regelmäßig Salons organisiert, John Cage hat Salons in seiner Küche organisiert, hat den Salon vom bürgerlichen Wohnzimmer in die Küche verlegt. John Brockman organisiert mit Edge zuerst mobile Salons in verschiedenen Städten, jetzt im Internet. Wie seht Ihr die neuen Möglichkeiten/Notwendigkeiten von tatsächlichen oder virtuellen Salons?

Aus den Dialogen zwischen James Lee Byars und John Brockman entstand Byars’ World Question Centre. Byars hat Künstlern, Architekten, Wissenschaftlern EINE Frage zu stellen. Ich schlage vor, daß wir in diesem Email-Gespräch nicht nur Fragen beantworten, sondern auch Fragen stellen.

Welche Projekte werdet Ihr im Rahmen der ars viva realisieren?

Ihr spracht von Zwischen-den-Stühlen-sitzen; Peter Cook, Mitbegründer von Archigram, hat vor kurzem in einem Gespräch bemerkt, daß das “zwischen den Stühlen sitzen” die Gefahr impliziert, daß man zwischen die Stühle fällt, “the danger of falling between the stools”. Was haltet Ihr von dieser Bemerkung?

Welche Rolle spielt der Kunstkontext bei Euren Bewegungen in den “Zwischenbereichen”?

QUELLE >> http://heimat.de/ars-viva/ >>ars_viva.gif>> e-mail-interview

Oscar De Franco Eine Frage
Christoph Keller Eine Antwort

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blelb.jpg

blelb ist der Name eines Labors “für Gestaltung zwischen Kunst und Technik”(1). Das blelb Team ist wissenschaftlich tätig auf dem Gebiet der visuellen Wahrnehmungstheorie und setzt diese in Publikationen, gestalterischen Experimenten und Ausstellungen um. Auf ihrer Website findet man auch Erklärungen zu den einzelnen visuellen Täuschungen zum Teil in interaktiver Form.

go to blelb to see more.

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beitrag jasmine:

bioart

http://www.lxxl.pt/bioart/index.html

fig7.jpg

Christa Sommerer & Laurent Mignonneau:

Life Spacies II
Modeling Complexity for Interactive Art

Noam Chomsky zufolge basiert der menschliche Spracherwerb auf einer genetisch in das Gehirn aller normal entwickelten Kinder eingeschriebenen Universalgrammatik, die ihnen das natürliche und scheinbar mühelose Erlernen ihrer Muttersprache erlaubt. (1) Von Chomsky stammt auch der Satz: „Farblose grüne Ideen schlafen wütend.“ Obwohl dieser Satz, wie Chomsky gezeigt hat, grammatisch richtig ist, ist seine Bedeutung rein logisch nicht zu verstehen. Angeregt durch Chomskys Satz und ausgehend von der Idee, Sprache als genetischen Code zu verwenden und Wörter und Sätze in visuelle Formen zu übersetzen, schufen wir ein interaktives System für das Internet mit dem Titel Life Spacies (2), mit einer aktualisierten Version – Life Spacies II. (3)

Life Spacies II ist ein künstliches Bio-Environment, in dem Besucher der Installation künstliche Lebensformen erzeugen könnten. Die Benutzeroberfläche besteht aus einer Webseite, auf der die Benutzer durch die Eingabe von Texten Kreaturen erschaffen oder durch die Freigabe von Buchstaben füttern können. Unser speziell dafür entwickelter „text-to-form editor“ übersetzt den Text in dreidimensionale künstliche Lebensformen (Kreaturen), die auf einer großen Projektionswand zum Leben erwachen.

Der „text-to-form-editor“ (4) überträgt den geschriebenen Text der Nachricht in den genetischen Code einer Kreatur. Der Editor funktioniert so, dass er die Buchstaben und die Syntax eines Textes mit bestimmten Parametern des Bauplans der Kreatur verbindet. Ähnlich wie beim natürlichen genetischen Code werden die Buchstaben, die Syntax und die Abfolge des Textes zur Kodierung bestimmter Funktionsparameter der Kreatur herangezogen. Die Textelemente und ihre Kombinatorik beeinflussen Form, Gestalt, Farbe, Textur sowie die Anzahl der Körperteile und Gliedmaßen. (4)

Die ständige Bewegung, Nahrungssuche, Paarung und Reproduktion der Lebewesen bilden ein komplexes System von Interaktionen, das Merkmale einer künstlichen Evolution aufweisen kann, mit einer Auslese zu Gunsten der schnelleren Kreaturen. Zusätzlich bringen die Entscheidungen der Benutzer, wie sie den Text abfassen oder die Kreaturen füttern wollen, eine weitere ständige Veränderung in das System. So entsteht ein komplexes System, das – auf der Grundlage geschriebener Texte als Hauptquelle (genetischer) Information – komplexe Interaktionen der Kreaturen untereinander, wie auch der Benutzer mit den Kreaturen, sichtbar macht.
Quelle: http://www.aec.at/de/archives/festival_archive/festival_catalogs/festival_artikel.asp?iProjectID=8303#

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Alessandro
Nach erfloglosen Versuchen hier zu posten (und nach eigenem Gusto zu formatieren) verweise ich auf einen extern abgelegten Beitrag:
Klick mich jetzt!

mathias:

PROJEKT: Circular Breathing (Gunter Unterberger)

Circular Breathing ist eine geschlossene Anlage mit einem limitierten Sauerstoffreservoir. An zehn Anschlüssen können sich Benutzer mittels einer eigens dafür gestalteten Gesichtsmaske in den Kreislauf integrieren. Durch die Atemtätigkeit der angeschlossenen Benutzer verändert sich der Sauerstoffgehalt im Reservoir. Im geschlossenen Kreislauf verkehrt sich das Verhältnis von Kohlenmonoxid und Sauerstoff.

Vor Erreichen des kritischen Grenzwerts regelt ein Kontrollsystem eine erneute Sauerstoffzufuhr. Bis dahin führt das durch Atmung veränderte Gasgemisch zu einer durch die Sauerstoffreduzierung veränderten Wahrnehmung.

Teil des Projekts

Phasen – Ein Dialog zwischen Kunst und Wissenschaft (http://www.igafa.de/de/kunstprojekt/index.htm)

Über den Autor:

Geboren 1959 in Pleißenberg/Oberbayern, 1983-89 Studium an der Akademie der Bildenden Künste München, lebt in Berlin.

Ausstellungen (Auswahl):

  • 1987 “Zwischenbericht”. Künstlerwerkstatt Lothringer Straße München, Kunsthalle Nürnberg.

  • 1988 Kunstverein Dorsten.

  • 1991 “Forum junger Kunst”. Kunsthalle Kiel, Kunsthalle Bochum.

  • 1993 Kunstwerke Berlin, Künstlerhaus Hamburg.

  • 1994 Kunstwerke Berlin, Dogenhaus Berlin.

Effi….
Leonardo da Vinci(1452 – 1519) italienischer Maler, Bildhauer, Baumeister, Naturforscher und Techniker

Leonardo ist eines der ältesten Beispiele, der Mischung zwischen Künstler und Wissenschaftler.
Er arbeitete intensiv an der Anatomie, der Botanik und Geologie, zeichnete anatomische Studien, Studien zu Wasser und Hydraulik
Er entwirft Waffen, Kriegsmaschinen, Brennspiegel, eine Ölpresse und wirkt an der Neugestaltung des Gartens auf der Piazza San Marco in Florenz und hydrologischen Ausarbeitungen für französische Flüsse mit.
Auf seinen Reisen durch Europa macht er Notizen zur Landschaft , mit seinen Schülern betreibt er mathematische Studien und wissenschaftliche Forschungen jeglicher Art.
Er selbst beschreibt sich als Ingenieur und Künstler gleichzeitig.
Der Versuch mit Michelangelo (auch Künstler /Wissenschaftler) zusammenzuarbeiten scheitert, da er sich wieder auf die Suche nach neuen Techniken macht und sein Werk unvollendet lässt.
Für seine Arbeit benutzt er die herkömmlichen Werkzeuge forscht aber immer weiter um auf neue Wege zu stossen wie z.B bei seinen Vogelflug Studien die er erfolglos in Flugmaschinen umzusetzen versucht.

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