Posts zu Lehrveranstaltungen von Prof. Dr. Nils Röller (Mediale Künste, DKM, ZHDK)
Archive for November, 2009
Die Fotografie / Andrin Winteler
Kultur und Medientheorie III
Über die Fotografie
Verfasst von: Andrin Winteler
Geschichtliche Angaben zur Fotografie:
Der erste, der das Prinzip der Camera obscura entdeckt hat war Aristoteles, der von 384–332 v. Chr. Gelebt hat. Camera obscura ist lateinisch und kann man als dunkle Kammer ins deutsche übersetzen. Aristoteles machte seine Versuche in abgedunkelten Räumen mit einem Loch in der Wand. Diesen Versuch habe ich selber ausprobiert. Man muss Geduld haben bis man an der gegenüberliegenden Wand etwas erkennt, da sich das Auge zuerst an die Dunkelheit gewöhnen muss. Erst dann sieht man ganz wage den Aussenraum verkehrt und gespiegelt an der Wand.
1822 gelang im A. J. Niépce die erste Fotografie, die bis Heute erhalten ist. Die erste Fotografie wurde mit einer Camera obscura belichtet, nun aber nicht in der Grösse von einem Wohnraum, sondern kleiner, vielleicht wie ca. vier Schuhkartons. Das Verfahren funktionierte mit einer Zinnplatte, auf der er eine Asphalt-Lavendelpaste auftrug. Nach einer Belichtungszeit von mehreren Stunden konnte er den nicht getrockneten Asphalt abtragen und somit besass er eine positive Fotografie.
Zwischen dieser ersten Fotografie und dem ersten Massentauglichen Produkt gab es viel verschiedene Verfahren die zu besseren Bildresultaten führten. Das verfahren mit Glasplatten und einer Gelatinenbeschichtung wurde im 1900 Jahrhundert sogar Industriell hergestellt. Zufällig fand ich vor einer weile in meinem Keller alte Glasplattenfotos, die vom Herr Stemmler, ein berühmter Tierliebhaber stammen. Unblaubliche Vorstellung mit beschichteten Glasplatten, die ja nicht gerade leicht sind in die Wildniss zu gehen und Fotos zu machen.
Die erste Fotokamera, die handlich war und sich fast jedermann kaufen konnte war die Kodak Nr. 1. In diesem Kästchen waren, wenn man sie erworben hatte 100 Fotos in Rollfilm drin. Nachdem man die 100 Fotos geschossen hatte musste man die ganze Kamera in das Labor geben und bekam dann wieder eine neue, wenn man das wollte. Das gibt es heute sogar noch mit den Kleinbildkameras.
Die erste Digitale komerzielle Fotokamera mit CCD-Sensor wurde 1973 mit einer Auflösung von 0.01 Megapixeln (100 x 100 Pixel) auf den Markt gebracht. Ab mitte der 80er Jahre gewinnt die Digitalfotografie zunehmend an Bedeutung.
Vilém Flusser
Die Geschichte strömt immer weiter und immer schneller, sie verteilt sich immer mehr. Die Fotokamera ist ein Werkzeug, das mir erlaubt, aus diesem Strom der Geschichte etwas aufzunehmen. Jetzt bleibt es stehen. Die Zeit innerhalb des Bildes ist eine kreisende Zeit der ewigen Wiederholung des Gleichen. Jedes Ding hat im Bild den ihm zustehenden Platz. Jede Fotografie sagt zum Augenblicke: Verweile doch! Und er verweilt. Aus der Optik weiss man, dass Licht auf gewisse chemische Verbindungen Einfluss hat; dass zum Beispiel Silbernitrate, wenn Licht auf sie fällt, schwarz werden. Diese Spuren, die Lichtstrahlen auf der Silbernitratlösung hinterlassen, geben die Situation wieder, aus der sie ausgestrahlt wurden. Man würde sagen: objektiv, Das Bild, das dadurch entsteht ist kein subjektives Bild. Scheinbar gehen die Strahlen von der Sonne auf die Blume; die Blume wirft die Strahlen zurück, die Strahlen fallen auf eine Silbernitratlösung due Silbernitratlösung verändert sich, und siehe da, Spuren der Blume werden ersichtlich. Das ist doch Objektiv. Das ist doch in der selben Wirklichkeitsebene wie die Sonnenstrahlen und die Blume. Wer eine Fotografie sieht, der sieht was wirklich ist, was geschehen ist. Wenn man näher hinschaut, dann sieht man, dass dem doch nicht so ist, denn zwischen der Fotografie und der Blume ist ein Apparat. Dieser Apparat macht etwas. Es ist etwas Subjektives im Bild. Eine Fotografie ist mindestens so subjektiv wie jedes andere Bild, denn zwischen das Abzubildende und das Bild schiebt sich ein Apparat mit einer ganzen Serie von Konventionen und Symbolisierungen. Der Eindruck ist dennoch der von Objektivität. Fotografien sind also keine objektiven Bilder. Mit er Fotografie ist es möglich, perfekt zu lügen, besser als mit traditionellen Bildern. Traditionelle Bilder stehen nicht über der Geschichte, sondern unter ihr. Wenn ein traditioneller Maler sein Bild inszeniert, so nützt das wenig, denn man weiss ja, dass das Bild von ihm hergestellt ist. Aber wenn ein Fotograf sein Bild inszeniert, dann ist es eine Lüge, denn es schaut so aus, als ob es objektiv wahr wäre. Es ist endlich möglich geworden, Geschichte zu machen.
Die Konstruktion der Megamaschine
Maria-Cecilia Quadri
Den Ursprung der Maschine und ihre Entstehungsgeschichte zu verstehen heisst neue Einsicht in die Ursprünge unserer gegenwärtigen übertechnisierten Kultur wie auch in das Schicksal und die Bestimmung des modernen Menschen gewinnen. More >
Schrift/Schriben (haeyeon)
in einem ortlosen ort, wo die schreibende nicht zu sehen sind, in einem ort, wo der räumliche und zeitliche punkt der handlung des schreibens nicht zu spüren ist: dort – oder hier- meine finger bewegen sich auf der tastaur, vollständig absorbiert mit dem prozess von ‘ copy & paste’. sie bauen ein asyl für die schreibende, die irgendwann vorbeikommen könnten. langsam.
작가를 찾을 수 없는 곳 아닌 곳, 쓰기의 행위의 시점를 구분할 수 없는 곳 아닌 곳에서 ‘copy & paste’ 작업을 분주하게 하고있는 자판위의 손가락이 언젠가 잠시 거처갈 지 모르는 글쓰는 이를 위한 거처를 느릿 느릿 지어가고 있다.
in a placeless place where the writers are not to be seen ,in a place where the spatial and temporal point of action of writing is not to be noticed: there – or here – my fingers, fully absorbed with the process of ‘copy & paste’ and making busy moves on the keyboard, are building a shelter for the writers who might come by some time. slowly.
mein beitrag zu diesem thema ist ein prozess, ein werdegang eines on-line notizbuchs. da baue ich ein haus ohne einem vollständigen bauplan, der ständig zu ändern ist. kommt mal vorbei und macht mal mit. wir bauen gemeinsam ein haus. por las letras_near and inbetween letters
Der Buchdruck / Alper Yagcioglu
Mitte des 15. Jahrhundert erfand Joahness Gutenberg in Mainz den Buchdruck mit beweglichen Lettern. Obwohl man schon früher Drucke anfertigen konnte nutze Gutenberg die Erfindung im ökonomischen Sinn mit funktonierendem System. Daher zählt er als Erfinder des Buchdrucks.

Der Buchdruck war wohl die wichtigste Medienerfindung des Menschen, zu jener Zeit. Man öffnete dadurch neue Dimensionen von Wiedergeben und Aufnehmen. Information und Inhalt bewegten sich rasanter durch Raum und Zeit.
Es entwickelte sich zum ersten mal eine Art der Mechanisierung. Wissen wurde gebündelt und dank Massenproduktion für mehr Menschen zugänglich. Der Normalbürger wurde langsam des Lesen mächtig und es begann eine allgemeine Alphabetisierung und leitete eine Bildungexplosion ein. Die geographische Verbreitung von Druckwerken förderte die Normierung und Standardisierung der Sprache bis hin zur Entwicklung von Nationalsprache.

Das Gutenberg Zeitalter wird auch als Periode der „Explosion“ bezeichnet (geprägt von Marshall Mc Luhan „Gutenberg Galaxy“). Man thematisiert das Medium als Ausweitung des Menschen im Raum. Allerdings funktoniert es auf zeitlicher Ebene eher langsam, eine Verzögerung der Reaktion auf die Aktion. Durch das „Zeitalter der Implosion“, auch „elektronisches Zeitalter“ genannt, wird diese Verzögerung abgelöst.
Wie funktonieren wir eigentlich heute in den verschiedenen Medienspaces, der Faktor Zeit hat heute so ein rasantes Tempo bekommen, so dass es uns fast schon überholt. Wissen kann heutzutage so schnell übertragen werden und es wird immer schneller. Was uns gestern die Bibel an Informationen und Inhalt gab, ist heute genau so voll wie eine Tageszeitung.
Seit der Erfindung des Drucks kam lange Zeit keine grosse Medientechnische Erfindung, bis die Fototgrafie erfunden wurde, vergingen 500 Jahre! Obwohl dieses Medium so alt ist, können wir es uns nicht wegdenken. Fast jeder haushalt besitzt eine Drucker, jedes Geschäft hat ein Kopierer und unser alltägliches visuelles Empfinden ruht auf Druckerzeugnisse.
Über Telefone-Jamila Faris
Kultur und Medientheorie III
Über Telefone I
Verfasst von:Jamila Faris
Ich selbst habe eine Schwäche für ausgesteckte und ausgeschaltete Telefone.
Der Zustand der Unerreichbarkeit ist mir meist lieber, als der Zustand der Erreichbarkeit.Wenn man einen Anruf nötig hätte, kommt sowieso keiner.
Manche Leute melden sich am Telefon oft unfreundlich
Sie wollen nämlich das wir hören, wie sehr wir sie gerade stören
Wir kommen um uns zu beschweren /Tocotronic
A CALL IS NO SUBSISTUTION FOR ANYTHING ELSE.
EIN ANRUF IST KEIN ERSATZ FÜR ETWAS ANDERES.
Gott kann man nicht anrufen, sich selbst kann man nicht anrufen.
Die Toten kann man nicht anrufen, Hunde und Katzen kann man nicht anrufen. Easy Jet kann man nicht anrufen und die Städte kann man auch nicht anrufen.
Wenn man die Städte anrufen könnte, würde ich Paris anrufen. Ich möchte an der Seine spazieren gehen. Aber ich denke, Paris würde nicht kommen.
Viele Menschen sind im Drama gefangen, dass sie nichts zu sagen haben und sich nicht eingestehen können, dass sie nichts zu sagen haben und trotzdem sprechen müssen.
Ihnen kommt das Telefon zu Gute.
DO YOU HEAR VOICES?
HÖREN SIE STIMMEN?
Werbung für Mobiltelefonie:
Ich bin alle, die den gleichen Rhythmus haben wie ich
Orange Werbung, im Internet
Ich bin nicht alle, ich bin ich selbst. Man kann nicht alle sein, wenn man alle ist, ist man in meinen Augen niemand.
Das Netzwerk, in dem wir leben, schafft immer dichtere Möglichkeiten zur Überwindung räumlicher Distanzen und „Kommunikation“. Jedoch für Menschen, die nicht mehr dazu bereit sind, mit irgendjemandem in Verbindung zu treten, geschweige denn sich etwas zu sagen haben.
Es gibt keinen Zustand zwischen Anwesenheit und Abwesenheit. Lediglich die Art und Weise der Anwesenheit kann wechselhaft sein.
Aber: Entweder, ich bin da oder ich bin nicht da.
Wenn ich einen Anrufbeantworter hätte, würde er folgendes sagen:
„Guten Tag, hier spreche ich, ich bin nicht da und sie können mir auch keine Nachricht hinterlassen.
Auf Wiedersehen.“
Über Telefone II
ICH BIN IN DEN MEISTEN DINGEN, DIE ICH VERSUCHT HABE,
GESCHEITERT, ABER SO GEHT ES JA ALLEN
Vilém Flusser
Nur eine einzige Modifikation des Telefons hat stattgefunden: Die Automatisierung.
Das Telefon hat sich somit seinen archaischen Charakter bewahrt.
Aus: Die Geste des Telefonierens, Flusser
Tote Medien. Alle Medien, sind tote Medien, ohne die (denkenden) Menschen, die sie beleben. Verbringt der Mensch aber mehr Zeit mit dem beleben toter Medien, als mit dem Beleben des eigenen Lebens, oder lässt es gar zu, dass sie Grundlage seiner Existenz werden,
so ist er am Leben gescheitert. Das ist an und für sich nichts besonderes, aber dieser (mediale) Mensch, ist auch an den Medien gescheitert, die Herr über ihn geworden sind.
Der mediale Mensch hängt an den technischen Geräten, wie ein schwerkranker an medizinischen Apparaten. Ist der Akku leer, gibt er den Geist auf.
Der Mensch ist in den Eigenschaften des Raumes gefangen, nicht aber im Raum selbst.
Das Telefon ist ein dialektisches Medium. Es verbindet und trennt diejenigen, die durch das Medium kommunizieren.
Aus: Die Geste des Telefonierens, Flusser
In meinen Augen trennt Kommunikation vorwiegend- denn in dem Moment, in dem man zu jemand anderem spricht, wird dir klar, dass du nicht zu dir selbst sprichst.
Was wir als Verbindung zu andern Menschen wahrnehmen, ist in meinen Augen lediglich die Konsequenz des Vergessens dieser Trennung.
Wenn ich jemanden anrufe, heisst das nicht, dass ich ihn mag.
Über Telefone III
ELEKTRONISCHE GEDÄCHTNISSE…VERGESSEN LEICHTER ALS GEHIRNE
Vilém Flusser
Als das Telefon schreiben lernte, waren wir alle sehr entzückt.
Wir konnten von nun an Kurznachrichten verschicken, um Beziehungen zu beenden oder unser soziales Netz zu stabilisieren. Wir konnten auch im Handumdrehen Nachrichten verschicken, die andern Menschen mitteilen, dass wir sie hassen oder lieben.
Ich denke, das Telefon wäre vielleicht besser Analphabet geblieben.
Wenn ich die Buchstaben „lg“ auf dem Display eines Mobiltelefons lese, so wird mir fast schlecht. „Lg“ ist eine im (schweizer-) deutschen Sprachraumweit verbreitete Abkürzung für „liebe Grüsse“- ich denke, das hat mit Liebe gar nichts zu tun.
Funktion des Telefons
Die Funktion des Telefons lässt sich von zwei Standpunkten aus betrachten:
vom Standpunkt dessen, der anruft
vom Standpunkt dessen, der angerufen wird
Der Anrufer: Für den Anrufer ist das Telefon ein stummes und passives Werkzeug.
Der Angerufene: Für den Angerufenen ist das Telefon ein hysterisch plärrender Wildfang.
Standpunkt des Angerufenen :1. Einbruch 2.Unterbrechung der Konzentration 3)Aggression
4) Bestandteil der Lebenswelt
Telefon als Lehrmittel
Wir erlernen Telepräsenz am Telefon, an Stelle von face-to face
Aus: Flusser , Die Geste des Telefonierens
Telepräsenz beschreibt den Zustand sich in einer entfernten Umgebung anwesend zu fühlen. Je höher der Grad der Immersion, desto mehr fühlt sich der Benutzer in der entfernten Umgebung.
DieImmersion ist ein Bewusstseinszustand, bei dem der Betroffene auf Grund einer fesselnden und anspruchsvollen (künstlichen) Umgebung eine Verminderung der Wahrnehmung seiner eigenen Person erlebt. Damit beschreibt der Begriff “Immersion” – ähnlich der filmischen Immersion – im Kontext der virtuellen Realität das Eintauchen in eine künstliche Welt. erreicht die Immersion in der Virtuellen Realität Unterschied zu der passiven, filmischen Immersion durch die Interaktion mit der virtuellen Umgebung eine wesentlich höhere Intensität.
http://de.wikipedia.org/wiki/Telepr%C3%A4senz
http://de.wikipedia.org/wiki/Immersion_(virtuelle_Realit%C3%A4t)
Kommunikologische Revolution
Eine Tendenz der kommunikologischen Revolution geht auf die Eliminierung jeder Redundanz aus, also auf die totale Information
Eine andere Tendenz in die entgegengesetzte Richtung
Kommunikation
Es gibt keine unmittelbare Kommunikation
Das Telefon ist ein Medium dessen Gegenwart vorläufig nie vergessen wird.
Aus: Die Geste des Telefonierens, Flusser
Grammophone – Aurélie Mermod
Principe de fonctionnement.
Initialement le phonographe sert à engistrer des sons. Selon le principe de Thomas Edison, le son est produit devant un cornet terminé par un diaphragme, la vibration déplace le stylet celui-ci imprime les vibrations sur un cylindre de cire à gravure verticale. Inversement l’aiguille passe dans le sillon et fait vibrer le diaphragme. Pour effacer l’engistrement il suffisait de gratter la cire.
Par la suite, la gravure latérale sur disque plat remplace la gravure verticale permettant une meilleure qualité. Les premiers disques étaient en verre et faisait 27,5 cm de diamètre ensuite en ébonite de différents diamètres. Les troits parties importantes du gramophone : le plateau tournant ou se place le disque, il est mis en rotation par une manivelle, un bras avec la tête de lecture composée d’une aiguille et d’un diaphragme et un dispositif d’amplification, le pavillion permet d’amplifier les ondes sonores.
Illustrations de grammophones tirées du livre “Phonografen und Grammophone” de H.Jüttemann
Könige als treibende Kraft
Jean Tinguely, Heureka (Zürich)
„Im Mittelpunkt der ganzen Entwicklung stand die neue Institution des Königtums. Der Mythos der Maschine und der Kult des Gottkönigtums sind gemeinsam entstanden.“
(s. 199, Abschnitt 1)
Das Telefon – Patrick Kull
“Das Medium ist die Botschaft”. Wir kennen diesen Satz aus der Medientheorie von Marshall McLuhan. Ein Medium ist den meisten Fällen ein Informationsträger. Für McLuhan ist der Inhalt eines Mediums nicht entscheidend. Wichtig, sagt Marshall McLuhan, ist nur die Tatsache, dass das Medium von den Menschen benutzt wird und die allgemeinen Auswirkungen auf die Menschen.
Was gefällt mir an dem Medium Telefon? Wenn ich von Telefon spreche, meine ich immer das Mobiltelefon. Ein Festnetztelefon besitze ich nicht. Was mir gefällt? Es macht den Informationsaustausch überall und zu jederzeit möglich. Bewusst wurde mir das, als ich in der Wüste Gobi einen Anruf aus der Schweiz erhalten habe. Was mir nicht gefällt, dass es sehr unpersönlich ist. Natürlich ist ein Mail, SMS oder ein Brief genauso unpersönlich, aber der Inhalt des Mediums Telefon ist ein weiteres Medium, die Sprache. Höre ich die Stimme einer mir bekannten Person, möchte ich auch das Gesicht, die Mimik und die Gestik sehen.
Aus meinem Notizheft habe ich ein Telefonprotokoll gemacht. Auch wenn McLuhan meint, dass der Inhalt nicht entscheidend ist, interessiert er mich trotzdem. Sätze am Telefon werden von mir grundsätzlich auf ein Ja oder Nein reduziert. Ein Gespräch lasse ich oft nicht entstehen.
Auswirkungen des Mobiltelefons auf mein Umfeld und mich? Telefonier ich mit einer Person, mache ich meistens einen Zeitpunkt ab, um mich mit dieser Person zu verabreden. Falls ich das nicht tue, treffe ich diese Person fast immer ohnehin in den nächsten Tagen. Das Telefon ist in meinem Alltag ein wichtiges Instrument geworden, um meine sozialen Kontakte indirekt zu pflegen.
Das Teleskop – Rafael Adame
Definition
Brockhaus:
Teleskop [nlat. Telescopium, zu griech. Tēleskópos >weit schauend<] das, -s/-e, das → Fernrohr 2).
Wikipedia:
Der Begriff Teleskop bezeichnet heute alle Instrumente, die elektromagnetische Wellen sammeln und bündeln, um auch weit entfernte Objekte und Vorgänge besser beobachten zu können. Das Wort wurde bis weit in das 20. Jahrhundert hinein gleichbedeutend mit Fernrohr benutzt. Es ist gebildet aus dem altgriechischen τηλε (téle) „fern“ und σκοπεῖν (skopéin) „beobachten“, „ausspähen“. Der Begriff ist zwar erst in der Neuzeit geprägt worden, dennoch kannte schon das Altgriechische das Wort τηλεσκόπος (teleskópos) „weithin schauend“.
Theorie
Mit dem Teleskop kann man etwas weit entferntes näher sehen/hören, sofern nichts den „Blick“ unterbricht, Bzw. „im Wege steht“. Dieser „Blick“ wird durch das Bündeln perspektivisch verzerrt und das Blickfeld extrem eingeschränkt, dafür werden mehr Details wiedergegeben.
Der „Blick“ durch das Teleskop ist immer einer in die Vergangenheit, da die elektromagnetischen Wellen (Licht usw) Zeit brauchen, um von Ort des Geschehens bis zum Teleskop zu gelangen. Natürlich ist die zeitliche Verschiebung bei kurzen Distanzen fast null, doch bei grösseren Distanzen (z.B. Beobachtungen von weit entfernten Himmelskörpern) kann die zeitliche Differenz Millionen von Jahren betragen.
Das „Gesehene“ oder „Gehörte“ muss, sofern man es festhalten möchte, über ein Drittmedium erfasst und gespeichert werden, wie z.B. Fotografie, Video, Tonaufnahmen, Text/Notizen usw.
Seit der Erfindung des Fernrohrs (und des Mikroskops) anfangs 17. Jahrhundert wurde das Auge radikal erweitert. Plötzlich konnten weit Entfernte Dinge näher und kleine grösser betrachtet werden, wodurch vieles, bisher „ungesehenes“ entdeckt wurde. Doch sehr viele Fragen kamen auf; warum man z.B. manche Himmelskörper vergrössert betrachten kann (Mond, Sonne, einige nahe Planeten) und andere nicht? Oder wie war männlicher Samen zu erklären? Das Teleskop veränderte das bisherige Weltbild drastisch, die Kirche verlor an Glaubwürdigkeit, denn das Sehen wurde immer mehr zum „Hauptsinn“ des Menschen. Bis heute glaubt man das, was man „mit eigenen Augen gesehen hat“.
Holzstich von Camille Flammarion aus dem Jahr 1888 im Stil des 15. Jahrhunderts, wie man sich das Weltbild des Mittelalters vorstellte.
Praxis
Ich habe mir ein Teleskop ins Schlafzimmer gestellt und ausprobiert. Das Gesehene habe ich als Text und Bild “gespeichert”.
Text:
Aus meinem Schlafzimmer sehe ich ein grosses Bürogebäude. Es befindet sich auf der anderen Strassenseite, in etwa 100 Meter Entfernung. Mit Hilfe eines Teleskops „taste“ ich nun optisch die Fassade ab. Ich sehe diverse Details an der Fassade und in den Innenräumen. In einem Büro sehe ich, dass sie Xerox Laserprint Papier für ihren Drucker verwenden. Das Büro befindet sich im siebten Stockwerk. Vor dem Eingang des Gebäudes steht eine Tafel, worauf die Namen aller Firmen aufgelistet sind. Ebenfalls ist der Name der Strasse und die Hausnummer aufgeführt: Buckhauserstrasse 11. Neben der sieben (Stockwerknummer) steht „FINACO Treuhand AG“
Fotografien:





















