Posts zu Lehrveranstaltungen von Prof. Dr. Nils Röller (Mediale Künste, DKM, ZHDK)
Archive for March, 2008
Der Autor als Netzwerker: Diskursive Medien von Philipp Zuber und Dionys Dammann
Diskursive Medien
Diskursive Medien, In: Kommunikologie. Hrsg. Von Steffan Bollmann und Edith Flusser, Mannheim: Bolmnann, 1996, s.286-29(Fischer)
Der Autor als Netzwerker: Diskursive Medien

Stundenbuch, Les Très Riches Heures du Duc de Berry, 15. Jh., Monatsbild Juni . © Faksimile Verlag, Luzern
Der Autor als Netzwerker: Opportun von Angelo Brem
“die nation wird gebildet aus einem staat, der dem subjekt eine staatsbürgerschaft, eine idäntität überträgt, indem er mythen bildet”
Weder Rechtschreibung, gesetzte Vorgaben, noch korrekte Wahrheitswiedergabe konnten, aufgrund der küsntlerischen Freiheit und der Authentizität, eingehalten. Es handelt sich um den Versuch, Form (15-Minuten-Notation, für die Veröffentlichung gedacht) und Inhalt (Die diskursive Medien) gegeinander auszuspielen und in der lüge aufzulösen.
VL: MS: Verschmutzungsrechte – “World Overshoot Day – oder “Evolution in Action”
„Verschmutzungsrechte“ – oder es gibt auch ein Recht auf CO2. „Die Verschmutzungsrechte können Schweizer Unternehmen untereinander handeln oder sie handeln sie international als Aktie wie an einer Börse.
(SF 1/ECO/3.3.2008)
„Globaler Fussabdruck“
„Seit Mitte der achtziger Jahre verbrauchen wir mehr Ressourcen, als die Erde regenerieren kann, derzeit überzieht die Menschheit ihr Konto jedes Jahr um rund 30% – letztes Jahr war es der 6. Oktober, an dem wir einmal mehr unsere ökologischen Unschuld verloren haben […]“. Mathis Wackernagel, Gründer von Global Footprint Network (Oakland), die einen Wirtschaftsindex entwickelt hat, welcher den Umgang der Menschen mit den natürlichen Res-sourcen messen soll.
(Der Fussabdruck der Schweiz ist dreimal so gross wie ihre Biokapazität – persönlicher Fussbadrucks berechenbar unter: www.footprintnetwork.org).
(Wackernagel, Mathis: Leben auf zu grossem Fuss. In: NZZ am Sonntag. Nr.5, 3.2.2008, S.67).
Es lässt mich aber auch vermuten, dass Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen – und all die „Geldgebenden“ und Initianten, welche zum Beispiel die Pflanzensamendaten in Spitzbergen angelegt haben, mehr von herzustellenden Kunstgriffen, „Kunstwerken“ um- und an-getrieben werden, denn von ökologischer Überlebenshilfe gerade der vor allem fokusierten sog. Dritten Welt. Dies als äusserst reizvoller Ausbruch und Idee „eines Modells, dass umso besser ist, desto intensiver erlebbarer, und nicht je wahrer es ist.“ [...] „Wir sind uns bewusst, dass wir in einem allerdings noch ungeklärten Sinn alles selbst modellieren, was wir erleben, und dass wir es auch anders modellieren könnten; das Universum, in welches wir von nun an getaucht sind, diese Geschwirr von Punkten im Nichts, ein Brei von Möglichkeiten ist, die wir zwar seit uralter Zeit so und nicht anders modellieren, aber die wir auch ganz anders modellieren könnten. [...] Wir erkennen uns selbst als Künstler und die uns umgebende Welt als Kunstwerk.“
(Flusser, Vilém: Die Lücken. In: Lob der Oberflächlichkeit. Bensheim und Düsseldorf. Boll-mann Verlag GmbH. 1993. S.35-46).
Darstellung mit kritischen (-) Objekten, 1957, Beuys
Vielleicht sind hier Parallelen zu Herbert A. Simon auszumachen, der da von Zeitperspektive, die Zukunft diskontieren schreibt – was er als Glück bezeichnet – „durch intensives Diskon-tieren der Ereignisse, ihre Verdünnung proportional zu ihren Entfernungen in Raum und Zeit, reduzieren wir unsere Auswahlprobleme auf das Mass unserer beschränkten Berechnungs-kapazität.“ [...] „Insofern, als das Netz aus Ursache und Wirkung dichter wird, belasten wir unsere Planungs- und Entscheidungsverfahren schwer, um diese entfernte Wirkung in den Griff zu bekommen. Es herrscht ein ständiger Wettlauf zwischen jenem Teil unserer neuen Wissenschaft und Kenntnis, der uns zu weiteren Ausblicken befähigt, und dem Teil, der uns befähigt, mit dem was wir sehen, richtig umgehen zu können. Und wenn wir der Technologie manchmal pessimistisch gegenüberstehen, so deshalb, weil wir gelernt haben, weiter zu schauen als unsere Werkzeuge reichen.“
(Simon, Herbert A: Gesellschaftsplanung. In: Die Wissenschaften vom Künstlichen. Wien. Springer-Verlag. 1994. S.134-137)

The Difficulty of Producing an Egg, 1968, Beuys
Was wäre Natur? „[...] unter Natur ist die Summe jener Dinge und Prozesse zu verstehen, die sich dem menschlichen Zutun und Wegtun entziehen: alle die Dinge und Prozesse, die sind, was sie sind und tun, was sie tun, ohne dazu von Menschenhand abzuhängen. Dazu hätte man aber zugleich, komplementär, Kultur als dasjenige bestimmt, was in unseren Mächten steht [...]. Konsequenterweise könnte man dann schliessen, dass bis auf einen kaum definierbaren Bruchteil der Welt alles um uns und alles in uns, vom Weltall bis zum Gefüge unseres Genoms, Natur ist, nicht von uns gemacht und nicht von uns beherrscht. Und doch kann heute jeder aus den Medien und aus eigener Erfahrung wissen, dass wir dabei sind, unsere Lebenswelt kontinentweit, selbst planetarisch so zu verändern, dass bei Projektion der Trends in absehbarer Zukunft die Lebensgrundlage der Menschheit als Gat-tung auf dem Spiel steht. [...] Sagen wir also, die soeben vorgeschlagene Definition von Na-tur sei selbst ein kulturelles Artefakt [...].“
„Natur als das Andere zu aller menschengemachten Verfassung und Geschichte, als Gren-ze, gegen die sich die Zivilisation nur behaupten kann, indem sie die Natur zurückdrängt, ausgrenzt und beherrscht […]. Die Bedingung jeder Herrschaft ist die Nichtzugehörigkeit. […] Mit der Beschleunigung der naturhistorischen, nicht umkehrbaren Veränderung der Erdober-fläche und Atmosphäre von einer evolutionären zu einer historischen Geschwindigkeit, mit dem Gewahrwerden, dass unsere menschheitlichen Aktionen sich im naturhistorischen Massstab als Waldsterben, als massives Verschwinden von Arten, als globaler Klimawandel auswirken, tritt zugleich eine grundlegende Änderung in unserem Bild von der Natur ein. Die Natur muss sich verändern, damit sich unser Naturbild verändert. Konnte bislang, jedenfalls seit Mitte des 19. Jahrhunderts, der ökologische Evolutionsprozess allenfalls aus dem er-schlossen werden, was er an archäologischen Spuren zurückliess, so spielt er sich nun als irreversibler Vorgang vor unseren Augen ab, als „Evolution in Action“ […].“
Natur ist zur vordringlichen technologischen Aufgabe geworden, Technologie zu einer ökolo-gischen Aufgabe.
Heute geht es darum, die Bedingungen der Möglichkeit zu erhalten, dass solche Pflanzen überhaupt noch irgendwo wachsen können. Die globalen Mischwesen wie Luftverschmut-zung, saurer Regen, Überdüngung sind heute überall. Aber alle Massnahmen bleiben an lokale Netze gebunden, und globale Effekte sind Summen, wenn auch in der Regel Über-summen von lokalen Massnahmen. Immer geht es um die Erhaltung von Spuren.“
(Rheinberger, Hans-Jörg: Natur, NATUR. In: Iterationen. Merve Verlag Berlin. 2005. S.30-35.)
Die Autorin als Netzwerkerin: Kulturgeschichte des Okzidents von Martina Fritschy
Mythischer Urzustand. Der Mensch ist Eins mit der Natur.
Der Autor als Netzwerker: Optik von Sophie Jung
7:30
Kaffee und Halsschmerzen.
Das Gegenteil von Coffee and Cigarettes? – Das halbe Gegenteil. Je nachdem auf was man sich bezieht. Nur auf die Halsschmerzen?
Oder auf die Sprache? Ist Englisch ein Gegenteil von Deutsch? Wie flexibel sind Gegenteile. Wenn man sich ein Zentrum vorstellt mit vielen Gegenteilen in gleichem Abstand voneinander entfernt, sind die Möglichkeiten infinitiv.
Es ist noch früh.
Wissenschaftsgeschichte für Künstlerinnen: Projizierte Wirklichkeit von Yves Marx
Definition von: Wirklichkeit, Natur, Kultur, Technik, Kunst, Wissenschaft
aus dem Text: Ein Brief von Hugo von Hofmannsthal.
(Hugo von Hofmannsthal: Sämtliche Werke. Erfundene Gespräche und Briefe. Hg. v. Ellen Ritter. Frankfurt [S. Fischer] 1991. )


