Archive for December, 2007

Metaphern

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Klimawandel, Komplexität, Kybernetik

von Bruno Meilick
Die Ursachen für den Klimawandel sind auf verschiedenste Weisen erklärt worden. Inzwischen sind die meisten Menschen durch die Medien darauf eingeschworen, dass der Mensch diese Ursachen verschuldet hat. Das ist gut. Die Medien zeigen bildreich die Folgen, denn sie wissen, dass die Menschen Sensationen lieben. Doch wie nutzt man die erzeugte Furcht der Massen vor dem Klimawandel? Das Klima ist komplex. Kann man das was man ignorant aus seiner ruhigen Bahn gebracht hat nicht einfach wieder richten? Ein Schnellzug ist auch komplex. Den kann man doch auch richten.
Um diese Fragestellung zu klären möchte ich kurz einige Begriff erläutern.

1) Komplexität
“Die Eigenschaft eines Systems oder Modells, welche die Beschreibungen seines Gesamtverhaltens in einer beliebigen Sprache erschwert, selbst wenn man vollständige Informationen über seine Einzelkomponenten und ihre Wechselwirkungen besitzt. Komplexität ist eine mögliche Form eines Gegenteils von Einfachheit.”
- http://de.wikipedia.org/wiki/Komplexit%C3%A4t
Wenn das Klima also komplex ist könnten wir es als System betrachten. Es scheint recht sicher, dass es auf jeden Fall nicht einfach ist darüber zu sprechen. Demnach ist es wohl auch nicht einfach zu beschrieben wenn sich am Klima etwas ändert. Und wohl noch schwieriger wie man es gezielt ändert.

2) System und Prozess

“Ein System [...] ist eine Gesamtheit von Elementen, die so aufeinander bezogen sind und in einer Weise wechselwirken, dass sie als eine aufgaben-, sinn- oder zweckgebundene Einheit angesehen werden können und sich in dieser Hinsicht gegenüber der sie umgebenden Umwelt abgrenzen.”
- http://de.wikipedia.org/wiki/System
Die Elemente innerhalb eines Systems agieren also mit- und aufeinander. Einen Kette an Aktionen der Elemente kann man als Prozess bezeichen.
“Unter einem Prozess (lat. procedere = voranschreiten; PPP: processus) versteht man eine definierte oder wahrscheinliche Aufeinanderfolge von Zuständen eines Systems in Abhängigkeit von den Vorbedingungen und den äußeren Einflüssen.”
- http://de.wikipedia.org/wiki/Prozess_%28Statistik%29

3) Kybernetik
Kann man den Klimawandel nicht als Prozess betrachten, analysieren und entgegenwirken? Hat den der Mensch noch nichts erfunden um mit komplexen Systemen zurechtzukommen? Verschiedenes, u.a. auch die Kybernetik. In der Kybernetik geht es um die Struktur komplexer Systeme und die Steuerung von Rückkopplungen.
“Ein typisches einfaches kybernetisches System ist eine durch einen Thermostat gesteuerte Heizung. Der Thermostat misst die Raumtemperatur mit einem Sensor und vergleicht diesen Wert (Istwert) mit einem vorgegebenen Sollwert. Eine Diskrepanz zwischen diesen beiden Werten veranlasst den Thermostat dazu, über den Effektor die Heizung so zu regulieren, dass der Ist-Wert den Soll-Wert erreicht.”
- http://de.wikipedia.org/wiki/Kybernetik
Na bitte. Wir wissen wie es heute mit dem Klima aussieht (Istwert) und wie wir es haben wollen (Sollwert). Wir brauchen also den passenden Effektor. Eine einfache Formel wäre die Lösung unseres Problemes. Leider ist dieses Beispiel nicht komplex sondern einfach! Es geht im obigen Beispiel nur um eine Variable, nämlich die Temperatur. Auf diese kann nur in einem vorgegebenen Bereich, eingewirkt werden. Die Heizung ist an oder aus. Nun gut, eine teure Heizung kann vielleicht auch kühlen. Aber das macht nur ein paar Grad mehr Spielraum. Der Effektor ist somit besschränkt.
Was wäre ein komplexes Beispiel? Wenn wir mehrere Variablen hätten und viele Effektoren. Wenn die Variablen untereinander und von mehreren Effektoren abhängen, dann hätten wir ein komplexes Beispiel. Aber die Kybernetik ist doch genau dafür da, oder? Ja, wenn man genug weis kann man die Kybernetik nutzen. Doch was macht man wenn man das Gefühl hat man weis zu wenig, oder gar weis dass man keine Zeit mehr hat mehr herauszufinden, sondern gleich zu Handeln beginnen muss? Scheitert die Bekämpfung des Klimawandels weil das Klima kein kybernetisches System ist?

4) Alternative
Was man tun kann ist die Alternativen zur Kybernetik betrachten. Zum Beispiel die Systemlehre des theoretischen Biologen und Systemtheoretikers Ludwig von Bertalanffy.
Bertalanffy kritisiert die deduktive Vorgehensweise der klassischen Physik. Der Arbeit mit Einzelphänomenen, welche so jedoch nie in der Natur vorkommen, setzt er vernetzte Phänomene entgegen. Er nennt dieses Model die “organisierte Komplexität”.
“Organisierte Komplexität sei gegeben, wenn Einzelphänomene nicht schlicht linear logisch miteinander gekoppelt seien, sondern Wechselwirkungen unter ihnen bestünden. Sei dies der Fall, könne eine exakte Beschreibung der reziproken Vernetzungsbedingungen ein Bild von der Einheit der Summe jener Einzelphänomene vermitteln. [...] Ein offenes System dagegen verfügt über variablisierte Relationen seiner Elemente, die durch nichtprognostizierbare Umwelteinflüsse verändert werden. [...] Die Systemlehre wurde als allgemeine Naturwissenschaft des Lebens konzipiert.”
- http://de.wikipedia.org/wiki/Systemtheorie#Systemlehre_.28Ludwig_von_Bertalanffy.29
Nach Bertalanffy kann man das Klima als offenes, organisiertes, komplexes System betrachten. Statt einer einzelnen Lösung, brauchen wir also für jede der Vernetzungsbedingungen eine. Am besten fängt man mit denen an wo das vorhandene Wissen am größten ist und das Risiko beim Scheitern am höchsten. Dann macht man dort weiter wo das Risiko am höchsten ist und man nur noch wenig weis. Und erst dann, kümmert man sie um die Probleme mit niedrigem Risiko (1). Damit wären wir wieder am Anfang. Die Medien zeigen das Risiko auf und das Volk sollte zur Lösung betragen – indirekt durch die Politik und direkt im eigenen Haushalt. Denn die Begrenzung CO2-Emissionen pro Kopf erfasst nur eine von vielen Vernetzungsbedingungen. Und die Wissenschaft sollte ihr Wissen medientauglich aufbereiten.

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(1) In der Informatik gibt es vergleichbares mit dem Extreme Programming, siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Extreme_programming

Green is the new black

Auszüge aus dem Artikel „Korrekt gekleidet“, NEON

„Ökomode“ klingt furchtbar, deswegen heißt sie jetzt „Ethical Fashion“. Die Idee hinter dem neuen Trendbegriff:

Fair produzierte Ökokleidung? Bislang dachten wir da an sackartige Leinenkleider, kratzige Strickjacken und Gesundheitslatschen. Doch jetzt kommt das Gute Gewissen in sexy Schritten und bunten Farben daher. Vor allem in Großbritannien, und der USA und in Nordeuropa boomt die Mode mit Moral. Viele Marken gibt es mittlerweile auch in Deutschland zu kaufen. Auch die Laufstege hat das neue Grün erobert. (…)

Was ist falsch an dem, was derzeit in unseren Kleiderschränken hängt? Los geht es bei den Rohstoffen, zum Beispiel bei Baumwolle. Die Pflanzenfaser ist keineswegs so natürlich und rein, wie es ihr positives Image suggeriert. Scott Hahn, der zusammen mit dem New Yorker Designer Rogan Gregory die Marke Loomstate gründete, hat sich lange mit dem Ausgangsmaterial für Jeans und T-Shirts beschäftigt und festgestellt: „Die konventionelle Baumwollproduktion ist extrem giftig und umweltschädlich.“ (…)

Während Umweltschutz und fairer Handel hierzulande noch mit reichlich Ideologie und dogmatischen Ansprüchen behaftet sind, geht man im englischsprachigen und nordeuropäischen Raum eher smart und geschäftstüchtig an diese Themen heran – und erschließt sich dadurch breitere Absatzmärkte.

Besonders in USA macht sich ein neues Bewusstsein breit, das Klimaschutz und gesundes Leben mit Lifestyle, Genuss und Glamour verbindet. Unterstützt wird dieser Trend von zahlreichen Hollywoodstars, die Bioprodukte kaufen, spritsparende Autos fahren, Solarhäuser bauen lassen – und sich auch mal in ethische Kleidung hüllen. Marktforscher bezeichnen diese weltweit wachsende Gruppe von Menschen als Lohas: Menschen mit „Lifestyles of Health and Sustainability“, mit einem Lebensstil, der auf Gesundheit und Nachhaltigkeit abzielt. Laut Internetseite www.lohas.com soll es allein in den USA 50 Millionen Konsumenten geben, die insgesamt etwa 229 Milliarden Dollar ausgeben für Produkte, die mehr Umweltschutz, soziale Gerechtigkeit oder Nachhaltigkeit versprechen.

Besonders erfolgreich schwimmt die Firma American Apparel auf der neuen ethischen Welle. Sie expandiert kräftig in Europa und eröffnet auch in Deutschland eine Filiale nach der andern. Die Läden fallen auf: mit den knallbunten T-Shirts, den Bildern von ungeschminkten Models in lasziven Posen und dem Text über die „sweatshopfreie Produktion“ im Schaufenster. Gesprächsstoff liefert auch Firmengründer Dov Charney. Der 38-Jährige gibt sich gerne rastlos, hypersexuell, provokativ. Er wirbt mit dem nackten Hintern, mal in rosa Unterhosen für seine Klamotten, hat Affären mit Angestellten und schwärmt von romantischer Freiheit als höchstem Gut. In den USA macht er sich damit logischerweise nicht nur Freunde. Weniger umstritten ist sein unkonventionelles Geschäftmodell: Charney lässt seine Kleidungsstücke nicht in Asien fertigen, sonder in der Firmenzentrale in Los Angeles, wo er den Arbeitern das Doppelte vom landesweiten Mindestlohn bezahlt. 2004 wurde er dafür zum Unternehmer des Jahres gewählt. Ein Weltverbesserer will er jedoch nicht sein. In erster Linie sei er Kapitalist, behauptet Charney im Gespräch. Er redet viel von Eigeninteresse und wirtschaftlichem Erfolg, sagt aber auch: „Wer will sein Produkt schon unter miesen Bedingungen herstellen? Keiner mag Sklaverei und Ausbeutung.“ (…)

Immerhin, langsam bewegen sich einige Konzerne – auch beim Thema Biobaumwolle. (..) So überrascht es nicht, dass die weltweit größten Einkäufer von Bio-Baumwolle mittlerweile die Branchengiganten Walmart und Nike sind.

Bei ökologischer Kleidung gibt es noch anderer alternativen. Polyesterstoffe aus recycelten Wasserflaschen von Patagonia zum Beispiel oder ein schadstofffreie T-Shirts von Trigma, das sich kompostieren lässt. Am umweltfreundlichsten ist es wohl, sich in Secondhandläden und auf Flohmärkten einzudecken. Oder neue Mode aus alten Stoffen zu trage – zum Beispiel vom Frankfurter Modelabel Ketchup & Majo. Die Designerin Janina Meyer entwirft Kleider aus Kinderbettwäsche und Lufthansadecken der 70er Jahre. „Es gibt doch so viel Sachen, warum soll man ständig neues produzieren.“, meint sie. (…)

2 Beispiele zu “Green Fashion”

Tasche von Amy Hindmarch

www.weaddup.com
www.weaddup.com

Kommentar:
Ökologie wird von Modekonzernen, neben dem Interesse an unserer Umwelt, oft und immer mehr als Marketingstrategie eingesetzt. Es wird am guten Gewissen des Konsumenten appelliert. “Grün sein” bedeutet nicht mehr nur auf unsere Umwelt zu schauen, sondern es heißt nun auch mit der Zeit zu gehen, modern und trendbewusst zu sein. Womöglich steigt die Nachfrage nach „Ethical Fashion“ parallel zur Intensität der Diskussionen um den Klimawandel.

Anna-Maria Schneider Dez07

Die Arche – Konzentrat der Welt

Sie ist rettende Insel in der Sintflut, Speicher des Lebens, eine Art Konzentrat der vergehenden Welt auf kleinstem Raum.

Die Arche bezeichnet eine Zäsur in der menschlichen Kulturgeschichte. Der kleine Raum des Schiffes wird zur engen Passage in die Neue Welt, die folgen wird. In der Bibel erhält die Geschichte von Noah eine eindeutig positive Konnotation, ja, sie beschreibt gleichsam die Läuterung der Welt.
Ein zu erhaltender Teil der alten Welt wird durch den imaginären “Trichter” hindurch geschleust. Was folgt ist ein Weiterleben unter veränderten Bedingungen.

Als Ausweichmöglichkeit vor unangenehmen Folgen seines exzessiven Umgangs mit Rohstoffen plant der Mensch die Ansiedlung auf dem Mond (nach neuesten Erkenntnissen soll sich auch der Mars ganz gut dazu eignen). Im Hinblick auf die Entwicklung des globalen Klimas reagiert die Menschheit mit Konzepten der künstlichen Arche-Bildung: Visionen von der Erschaffung einer zweiten Welt.

Es ist interessant, was für enorme Kräfte der Menschen aufwendet auf der Suche nach Alternativen, die bequem die Rohstofffrage lösen würden, jedoch nur minimale Änderungen in der eigenen Lebensführung erfordern! Anstatt seine Gewohnheiten zu hinterfragen, sucht sich der Mensch lieber eine Ersatzwelt – und er nimmt in Kauf, dass er dazu ein äusserst sensibles technisches System zur Sicherung bereits seiner einfachsten Lebensbedingungen (wie zB. genügend Sauerstoff) entwickeln muss. Daraus resultiert eine totale Abhängigkeit von technischen Errungenschaften und menschlicher Kontrolle.

Die Arche ist auch kontrollierter Raum – eine entscheidungsberechtigte Instanz bestimmt, wer oder was sich innen bzw. aussen befindet.
Im Grunde bilden die heutigen Systeme, die unser Leben prägen, selbst gemachte immaterielle Archen. Das System definiert ganz klare Regeln, die es zu befolgen gilt, insofern man drin bleiben möchte. Entscheidend ist, wer diese Regeln macht.

In einem (technischen) System, ausserhalb dessen aus rein biologischer Sicht gar kein Leben möglich ist, verschärft sich die Situation natürlich noch. In einer Kolonie auf dem Mond entstünde eine heikle Form von gesellschaftlichem Ungleichgewicht, da nur eine kleine Elite von Technikern und Wissenschaftlern die Kenntnis von der Funktionsweise des lebenserhaltenden Systems haben würden. Ein solches System wäre sehr anfällig für Erpressungen und Machtübernahmen. (Diese Mechanismen bestehen zum Teil auch schon in der heutigen Welt: “Ölhahn” und Atombombe sind prominente Beispiele dafür. Es besteht jedoch ein gradueller Unterschied in den Auswirkungen.)

Im Unterschied zur Arche Noah wäre die Kolonie auf dem Mond eine Arche auf Dauer, da keine Strategie besteht, wie aus der engen Passage wieder heraus zu gelangen ist.
Es ist erstaunlich, aber der Mensch zieht offenbar ein Leben in der selbstgeschaffenen Welt einem Leben auf der ihm geschenkten und zur Pflege anvertrauten Erde vor.

MelanieMock Dez07

Geistiger Schaufensterbummel: Metaphern und Geschichten

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Arche Noah

Die Geschichte von Noah und seiner Arche aus dem Alten Testament der Bibel kennt beinahe jedes Kind. Die Arche Noah war ein schwimmfähiger Kasten, der von jeder Tierart ein Paar aufnahm und vor der Sintflut rettete.
Wie keine andere Geschichte der Bibel regte jene aus dem Buch Genesis die Fantasie der Menschen an. Und Wissenschaftler behaupten, die Arche bzw. Sintflut habe es tatsächlich gegeben.

Hier einige interessante Angaben zur Arche Noah (Quelle: www.arche-noah-heute.de)

Spekulationen

Nach der Bibel fand vor Jahrtausenden eine Generalbarechnung Gottes mit den Menschen statt. Nur wenige Menschen überlebten an Bord der Arche Noah.
Doch war es tatsächlich Gott, der die geplante Vernichtung der Menschen in die Wege leitete? Wer war fähig, eine derartige Katastrophe anzustoßen? Tatsächlich Gott? Oder Außerirdische?

Auch andere Kulturen sprechen voneiner verheerenden Flut als einem gewillkürtem Strafgericht. Die Inder kennen den Gott Wischnu, der die sündigen Menschen mit kosmischen Urwassern vernichtete.
In China war es der Gott Kunk-Kunk, der die Säulen des Himmelsgewölbes einriss und die Welt ertrinken ließ.
Im Süd- und Mittelamerika der Mayas und Azteken war es eine Wasser speiende Himmelsschlange, die die Menschen verschlang.

Alle Erzählungen haben somit als Kern eine Katastrophe unermeßlichen Ausmaßes. Die Auswirkungen waren derart, dass selbst die Götter Angst bekamen oder zumindest verunsichert wurden: Der biblische Gott versichert Noah mehrmals, dass so eine Vernichtung nie mehr geschehen würde. Und auch im altsumerischen Gilgamesch-Epos wird von der Angst der Götter erzählt.
War hier den Göttern etwas außer Kontrolle geraten?
Ist die Sintflut eine Realität?

Die Wissenschaftler sind sich einig, dass es die Sintflut gegeben hat.
Es gibt allerdings verschiedenen Thesen über das Wann und Wie. Der österreichische Meteroriten Experte Prof. Alexander Tollmann gibt den 23. September 7552 als Beginn der Katastrophe an. An diesem Tag, so Tollmann, schlug ein Komet auf die Erde ein und zerbrach in sieben Teile. Diese gingen alle im Meer nieder und verursachten eine Flutwelle, Orkane und Erdbeben mit Dauerregen und Finsternis.
Die us-amerikanischen Geophysiker Walter Pitman und William Ryan vertreten hingegen die These, dass das Schwarze Meer bis vor 7600 Jahren ein tiefer liegender Süßwassersee war. Aufgrund eines Erdbebens könnte sich dann salziges Mittelmeerwasser mit großer Kraft in diesen See ergossen haben und Landstriche überflutet haben.
Dr. Robert Ballard begann im Sommer aufgrund der These von Ryan und Pitman im Schwarzen Meer zu suchen. Ballard entdeckte zuvor bereits das Wrack der Titanic und das der Bismarck, ein deutsches Schlachtschiff.

Die Arche Noah – Fragen

Hätte die Arche überhaupt schwimmen und fahren können?

Die Maße der Arche sind in der Bibel beschrieben. Hieraus läßt sich errechnen, dass die Arche Noah nicht nur funktionstüchtig, sondern sogar sicher gewesen wäre.

War die Arche groß genug für alle Tiere?

Gott sagte zu Noah: “Du sollst von allem Lebendigen, von allem Fleisch, je zwei .. in den Kasten bringen, um sie mit dir am Leben zu erhalten. Je ein Männchen und ein Weibchen… Von allen Vögeln je nach ihren Arten, von dem Vie nach seinen Arten, von allen Kriechtieren des Bodens nach seinen Arten.”
Die Ladekapazität der Arche wurde mit ca. 9000 Quadratmetern berechnet. Darauf kann man 286 Güterwagen der Deutschen Bahn unterbringen. In einen Güterwagen passen nach der Normvorgabe der DB 121 ungeschorene Schafe. Das wären 34.606 Tiere. Fred Hartmann und Reinhard Junker vom Studienkolleg “Wort und Wissen” rechneten dies aus. Nach der Bibel mussten nur lungenatmende und Grundtypen nach Kreatur von Noah mitgenommen werden. Hiervon existieren nach H. und J. 3700 Säugetierarten, 8600 Vogel- und 8800 Reptilienarten. Also war die Arche Noah ohne weiteres groß genug für alle Tiere.

Wie konnte die Arche Noah gebaut werden?

Noah allein mit seinen drei Söhnen hätte ein Schiff mit den riesigen Ausmaßen, wie sie in der Bibel beschrieben wurden, sicherlich nicht selbst bauen können. Der Bau der Arche muß ein Werk von vielen Handwerkern und Jahren gewesen sein. Da nur Noah der wahren Grund für den Bau der Arche kannte, muß es für ihn schwierig gewesen sein, die Gründe hierfür zu erklären.

Seit wann wird nach der Arche Noah gesucht?

Die Arche Noah ist am Ararat gelandet, dem 5165 m hohen Berg, der heute im Osten der Türkei liegt.
Im 4. Jahrhundert begab sich ein Mönch namens Jakob von seinem in der Nähe gelegenen Kloster auf den Weg, um den Ararat zu besteigen und nach der Arche zu suchen. Er irrte hilflos herum und Gott erbarmte sich seiner: er schenkte ihm per Engelsboten ein Stück Holz der Arche. Dieses Stück Holz ist in der armenischen Kirche heute eine verehrenswürdige Reliquie.
Dem Bruder Jakob sind viele Abenteurer gefolgt. Sie opferten Zeit, Geld und manchmal auch ihre Gesundheit oder ihr Leben, um die Arche Noah zu finden.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts führte der estländisch Physiker Frierich Parrot Vermessungsarbeiten am Berg Ararat durch – im Auftag des russischen Zaren. Neben dieser Arbeit hoffte Parrot die Arche zu entdecken, leider vergebens. Er ließ in der Nähe des Gipfels einen Eisblock lösen und ins Tal schaffen. Das daraus entstandene Schmelzwasser brachte er als “geweihtes Wasser vom Berg Noahs” in Flaschen mit nach Hause.
In den 1950er Jahren konnte der Franzose Fernand Navarra mit seinem Sohn Rafael aus einer Gletscherspalte am Ararat eine 1,5 Meter lange, von Menschenhand bearbeitete Holzplanke bergen. Er zerteilte sie mit einer Axt. Rafael Navarra erklärte dies später mit der Tatsache, das türkische Soldaten am Fuß des Ararat auf Vater und Sohn gewartet hätten. Um das Fundstück nicht den Soldaten aushändigen zu müssen, habe Vater Fernand Navarra das Holzstück so verkleinern müssen, damit es in den Rucksack passe und nicht entdeckt werden konnte. Das Holzstück ist etwa 5000 Jahre alt. Navarra drehte einen Film über den Fund.
Ein weitere Arche-Sucher war der us-amerikanische Astronaut James B. Irwin. Er flog im Jahre 1971 mit der Apollo 15 zum Mond. Als er nach seiner Rückkehr aus der NASA ausschied, wurde er Prediger und im 1982 startete er seine erste von fünf Ararat Erkundungen. 1986 entdeckte Irwin von einer Cessna aus Umrisse im Eis des nördlichen Gletschers, die auf einen Fund schließen ließen. Doch sein Flug mit der Cessna war von der türkischen Behörden nicht genehmigt gewesen. Wegen Spionage über millitärischem Sperrgebiet wurde Irwin ausgewiesen. Es wird spekuliert, dass dies die Vergeltung der türkischen Behörden für die angebliche Tatsache gewesen sei, dass der US-Geheimdienst CIA den Ararat mehrfach mittels Satelliten beobachtet habe.
Zuletzt sorgte der us-amerikanische Millionär McGivern für Schlagzeilen, als er aufgrund Satellitenfotos eine Ararat-Expedition zur Suche nach der Arche Noah entsenden wollte, wofür die Türkei die Genehmigung allerdings wieder entzog.
Die Satelliten-Bilder, die von Digital Globe angefertigt worden waren, zeigen einen zigarrenförmigen Körper- oder besser Schatten, der die Maße eine Schiffes haben könnte. Daniel McGivern kommentiert die Fotos wie folgt: aufgrund des heißesten Sommers in Ostanatolien seit 500 Jahren sei viel Eis am Ararat-Gletscher geschmolzen. Daduch hätten Teile der Arche Noah unter dem bis dato 90 Meter dicken Eis zum Vorschein kommen können. Dieser Einschätzung McGiverns schloß sich der türkische Archäologie-Professor Ahmet Arslan an, der als Expeditionsleiter vorgesehen war.
Die türkische Regierung erlaubt bis heute keine Arche Suchaktionen, weil die politische Lage in der dortigen Region zu unruhig ist. Der Ararat darf zwar von jedem bestiegen werden, aber nur zu sportlichen Zwecken und nur in Begleitung eines vom zuständigen Ministerium bestimmten und genehmigten Bergführers.

Wie beschreibt die Bibel die Arche?

Die Arche maß 300 Ellen in der Länge und 50 Ellen in der Breite und 30 Ellen in der Höhe. Berechnet man eine Elle mit 44,5 cm, dem beiden Hebräern gültigem Maß, so ergeben sich für die Arche folgende Maße:
Länge: 133,5 m
Breite: 22,3 m
Höhe: 13,4 m.

Setzt man die historische Elle mit 56 oder 61 cm gleich (beides wird wissenschaftlich vertreten), so ergeben sich noch größere Abmessungen.
Um einen bildhaften Vergleich zu haben: das Kreuzfahrtschiff Queen Elizabeth II ist 293,5 m lang und 32,03 m breit. Die Arche wäre also halb so groß wie die Queen Elisabeth II.
Auffallend ist, dass das Verhältnis 6:1 von Länge zu Breite auch noch heute im Schiffsbau verwendet wird, da dann ein Maximum an Fassungsvermögen und Betriebssicherheit erreicht wird.Fazit

Ob die Arche Noah nun gefunden wird oder nicht – im Ergebnis ist dies nicht so wichtig. Viel wichtiger ist die Mahnfunktion, die die Arche Noah für die Menschen einnimmt. Sie sollte Ernst genommen werden. Der Mensch muss vernünftig und schonend mit der Natur und ihren Ressourcen umgehen, sollen auch noch nachfolgende Generationen würdevoll leben können.