Posts zu Lehrveranstaltungen von Prof. Dr. Nils Röller (Mediale Künste, DKM, ZHDK)
Semiotik
Einführung in die Medientheorie – Executive Master in Arts Administration (EMAA) – Universität Zürich: Neue Medien & Neue Räume
I Neue Räume und neue Zeiten
“Der Samstagsbummel der Zukunft beginnt auf dem Handy. Während wir durch die Fussgängerzone schlendern, tippen wir in unser Mobiltelefon, welches Produkt wir suchen. Eine Jeans zum Beispiel, aber bitte in der richtigen Grösse. Kurz darauf erscheint auf dem Display eine Karte, auf der verschiedene Geschäfte der Umgebung uns ihre Auswahl an passenden Hosen präsentieren, inklusive eines Rabattcodes. Als wir nach dem Einkauf hungrig sind, sehen wir uns erst einmal auf dem Handy an, was unsere Lieblingsrestaurants in der Umgebung auf der Tageskarte haben und wann der nächste Tisch frei wird. Weil unser Smartphone zeigt, dass ein guter Bekannter ebenfalls in der Gegend unterwegs ist, verabreden wir uns später und reservieren per Tastendruck. Die Zeit bis zu unserem Treffen überbrücken wir mit einem Museumsbesuch, nachdem unser Handy angezeigt hat, wie gross der Andrang in den umliegenden Ausstellungen ist.” Johannes Kuhn: “Sie wissen, wo wir sind – Das Geoweb ist eine Revolution des Alltags. Doch wenn uns das Internet überall hin folgen soll, können wir dem Netz auch nichts mehr verschweigen.” Süddeutsche Zeitung Nr. 126 (5./6. Juni 2010).
II Raum, Zeit, Medien
“The Medium is the Message” Herbert Marshall McLuhan: Understanding Media. Cambridge: MIT Press, 1994 [1964], p. 7 [Part I, chap. 1 ]
4 Mediengesetze
a.) Jedes bedeutendere Artefakt verstärkt bestimmte Prozesse.
b.) Jedes bedeutendere Artefakt lässt andere Prozesse veralten.
c.) Jedes bedeutendere Artefakt belebt einen Prozess der schon einmal veraltet war.
d.) Neue und grundsätzliche Formen tauchen immer dann auf, wenn frühere Formen gerade den Höhepunkt ihrer Entwicklung erreichen.
Philip Marchand: “Biografie IV – Gesetze der Medien”. In: Baltes und Höltschl: S. 205.
III Diskurs und Dialog
“Definiert man den Dialog als jenen Prozess, bei dem auf verschiedene Gedächtnisse aufgeteilte Informationen zu einer neuen Informationen synthetisiert werden, und stellt man dann die Frage, welche Medien diesem Kommunikationsprozess dienen, so wird man feststellen, dass diese Frage auf zwei Arten formuliert werden kann: (a) Welche Medien können dem Dialog dienen, und (b) Welche dienen im tatsächlich? Auf (a) erhält man die etwas überraschende Antwort, dass die meisten technoimaginären Medien ursprünglich als dialogische Medien gedacht waren – Radio und TV sind dafür Beispiele. Der diskursive Gebrauch des Radios war seinen Erfindern völlig unvorstellbar, denn sie glaubten, drahtlose Telefone erfunden zu haben, und die Erfinder des Fernsehens glaubten, grenzenlose audiovisuelle Dialoge ermöglicht zu haben. Die gegenwärte diskursive Funktion der technischen Medien, ihre Verwandlung in Massenmedien, ist alos nicht eine Folge ihrer Bauart, sondern eine Entscheidung ihrer Besitzer.” Vilém Flusser “Dialogische Medien”: S. 135.
“Das neue Menschenbild als Verknotung von Beziehungen passt uns nicht in den Kram und daher auch nicht das auf dieser Anthropologie beruhende Stadtbild. Und doch muss dieses Menschenbild hingenommen werden. Es sieht ungefähr so aus: Wir haben uns eine Netz von zwischenmenschlichen Beziehungen vorzustellen, ein ‘intersubjektives Relationsfeld’. Die Fäden dieses Netzes sind als Kanäle zu sehen, durch welche Informationen, Gefühle, Absichten oder Erkenntnisse fliessen. Diese Fäden verknoten sich provisorisch und bilden das, was wir ‘menschliche Subjekte’ nennen. Die Gesamtheit der Fäden macht die konkrete Lebenswelt aus, und die Knoten darin sind abstrakte Extrapolationen. Das erkennt man, wenn man sie entknotet. Sie sind kernlos wie Zwiebeln. Anders gesagt: Das ‘Selbst’ (‘Ich’) ist ein abstrakter, gedachter Punkt, um welchen sich konkrete Beziehungen füllen. ‘Ich’ ist das, wozu ‘du’ gesagt wird.” Vilém Flusser: “Die Stadt als Wellental in der Bilderflut”, S. 184:
Literatur
Baltes, Martin und Höltschl, Rainer (Hg.): Absolute McLuhan. Freiburg: orange press, 2002
Barck, Karlheinz (Hg.): Harold A. Innis – Kreuzwege der Kommunikation – Ausgewählte Texte. Wien: Springer, 1997
Dertouzos, Michael: What Will Be – Die Zukunft des Informationszeitalter [ New York 1997]. Wien: Springer, 1999
Flusser, Vilém Heimat und Heimatlosigkeit [Audio CD]. Köln: supposé, 1999
Flusser:, Vilém: Kommunikologie weiter denken – Die „Bochumer Vorlesung”. Frankfurt/M.: Fischer, 2009
Flusser, Vilém: “Diskursive Medien” [Deutsch zuerst in: Kommunikologie. Mannheim: Bollmann, 1995]. In: Röller (Hg.)
Flusser:, Vilém: “Dialogische Medien” [Deutsch zuerst in: Kommunikologie. Mannheim: Bollmann, 1995]. In: Röller (Hg.)
Hiebel, Hans H. u.a. : Die Medien. München: UTB, 1998
Kloock, Doniela und Spahr, Angela: Medientheorien. Eine Einführung. München: UTB, 2000
Kerckhove, Derrick de: “McLuhan and the “Toronto School of Communication”. In: Canadian Journal of Communication (1989): 73-79.Online: http://www.utoronto.ca/mcluhan/article_torontoschoolofcomm.htm
Kuhn, Johannes: “Sie wissen, wo wir sind – Das Geoweb ist eine Revolution des Alltags. Doch wenn uns das Internet überall hin folgen soll, können wir dem Netz auch nichts mehr verschweigen”. Süddeutsche Zeitung Nr. 126 (5./6. Juni 2010).
Marchand, Philip: Marshall McLuhan – Botschafter der Medien. Stuttgart: DVA, 1999
McLuhan, Herbert Marshall: Die magischen Kanäle [Understanding Media 1964]. Düsseldorf 1992: Econ
McLuhan, Herbert Marshall: Understanding Media [1964]. Cambridge: MIT Press, 1994
McLuhan, Herbert Marshall: “On Speaking freely with Edwin Newman”, 4. 1. 1971.
Paul, Joachim: Regeln, die öffentliche Sache, Verantwortung und das Internet. Online: http://www.vordenker.de/internet/internet.htm
Rheinberger, Hans-Jörg: Experimentalsysteme und epistemische Dinge – Eine Geschichte der Proteinsynthese im Reagenzglas. Göttingen 2001: Wallstein Verlag.
Rheinberger, Hans-Jörg: “Über die Kunst, das Unbekannte zu erforschen”. Vortrag anlässlich der Verleihung des Cogito-Preises. Zürich, 25.10. 2006.
Röller, Nils: Magnetismus – Eine Geschichte der Orientierung. München: Fink, 2010
Röller, Nils und Wagnermaier, Silvia (Hg.): Absolute Flusser. Freiburg: orange press, 2003/2010
Tobias Wirz: Romantinimal Flow
«Auf dieselbe Art, wie wir unser Denkorgan in beliebige Bewegung setzen — seine Bewegung beliebig modifizieren — dieselbe und ihre Produkte beobachten — und mannigfaltig ausdrücken — auf dieselbe Art, wie wir die Bewegungen des Denkorgans zur Sprache bringen — wie wir sie in Gebärden äußern — in Handlungen ausprägen, wie wir uns überhaupt willkürlich bewegen und aufhalten — unsre Bewegungen vereinigen und vereinzeln — auf eben dieselbe Art müssen wir auch die innern Organe unsers Körpers bewegen, hemmen, vereinigen und vereinzeln lernen. Unser ganzer Körper ist schlechterdings fähig, vom Geist in beliebige Bewegung gesetzt zu werden. Die Wirkungen der Fucht, des Schreckens — der Traurigkeit, des Zorns — des Neides — der Scham, der Freude, der Phantasie usw. sind Indikationen genug —. Überdem aber hat man genugsam Beispiele von Menschen — die eine willkürliche Herrschaft über einzelne, gewöhnlich der Willkür entzogene Teile ihres Körpers erlangt haben. Dann wird jeder sein eigner Arzt sein — und sich ein vollständiges, sichres und genaues Gefühl seines Körpers erwerben können – dann wird der Mensch erst wahrhaftig unabhängig von der Natur, vielleicht imstande sogar sein, verlorne Glieder zu restaurieren sich bloß durch seinen Willen zu töten, und dadurch erst wahre Aufschlüsse über Körper — Seele — Welt — Leben — Tod und Geisterwelt zu erlangen. Es wird vielleicht nur von ihm davon abhängen einen Stoff zu beseelen — Er wird seine Sinne zwingen ihm die Gestalt zu produzieren, die er verlangt — und im eigentlichsten Sinn in seiner Welt leben können. Dann wird er vermögend sein sich von seinem Körper zu trennen — wenn er es für gut findet — er wird sehn, hören — und fühlen was, wie und in welcher Verbindung er will.»
(Novalis. Frankfurt/M.: Fischer, 1956, S. 199)
Flow infinitely – Are we humans, or are we dancers?
Wer hat sich schon einmal in einem Club in die «nächste Sphäre» getanzt? Wenn ich Sphäre schreibe, dann meine ich ungefähr das hier. Ohne Drogen ist es: Kristallklar. Mit Drogen: Unscharf, aber wahrnehmbar. Ich kann mich an einen Moment erinnern, den ich als den mit Abstand grössten Summanden aus einer Addition von Erfahrungen bezeichnen möchte. Es war in einem Club an der Birchstrasse in Zürich Oerlikon: Im «Birchermüesli». Während einer Zeit des Aufbruchs, der Abreise. Das Schiff stand bereit, die Kamine rauchten, an Deck wurden Cocktails gereicht und das Schiffshorn blies neue, filigrane Töne. Es war die Zeit des minimal. Eine Musik, zu der der Musikjournalist Philip Sherburne schrieb: «Minimal Techno corkscrews into the very heart of repetition». Für meine Erzählung wichtig ist auch das Statement von Robert Hood: «A basic stripped down, raw sound. Just drums, basslines and funky grooves and only what’s essential. Only what is essential to make people move. I started to look at it as a science, the art of making people move their butts, speaking to their heart, mind and soul. It’s a heart-felt rhythmic techno sound.»
Gut, lasst uns erste Tanzschritte wagen: Um dorthin zu gelangen, wo mein Text hinführt oder hinführen möchte, muss man verstehen, nein begreifen (also mit geistigen Fingern das Fluidum anfassen, es drehen und wenden, drücken und reiben, «haptisch» erfahren!) was Flow ist. Feststellung 1: Mit Flow ist keineswegs das deutsche Wort Fluss oder Strom gemeint, da diese Begriffe im deutschen sehr viel und sehr merkwürdig verwendet werden bzw. die eine oder andere Sache verkehren. Mir war beispielsweise nie klar, wie man von Warenflüssen und Geldströmen reden kann. Meiner Ansicht nach sind das lediglich mechanische Verschiebungen in fein verästelten Bronchialsystemen. Dieser Begriffsirrtum erschloss sich mir eines morgens, als ich mit meinem Velo an der Spitze eines durch einen geschlossenen Bahnübergang unterbrochenen Verkehrsflusses stand und warten musste, bis der beeindruckend lange Güterzug durchgefahren war. Flow ist etwas ganz anderes. Feststellung 2 (und dann höre ich auf, Dinge fest zu stellen): Dass ich Flow mit der Form des Textes (der These, des Theorems) begreiflich machen möchte, ist kühne Einfalt!
Wenn man sich hier im VMK mit jemandem über die Freiheit unterhalten möchte, die in der Repetition zu finden ist, der soll Alexander Tuchacek darauf ansprechen. Er denkt sehr schnell und zuweilen ist es, als renne man in einem Maisfeld einem Hasen hinterher. Aber aus einer völlig anderen Ecke kommt von Alexander etwas absolut Kongruentes zu dem, was ich von der anderen Sphäre zu berichten habe. Am besten man hört sich mal dieses Musikstück an und kehrt dann wieder zum Text zurück.
Was passiert nun auf der Tanzfläche? Das muss ich vereinfachen: Das Monotone eröffnet eine Ebene universaler Freiheit (univers; «in eins gekehrt»). Alles ist möglich. Ein Zustand der Schwerelosigkeit. Schwer zu beschreiben. Kid David von der Legion of Extraordinary Dancers, von der wir gleich noch mehr hören, sagt über seinen Tanz folgendes:
«It’s kinda like, a lot of times, I don’t know whats going on when iam dancing cause on that point it’s just realy like it’s my body in the music, it’s not realy a concious decision «iam gonna do this, next iam gonna do this». It’s kind of like this other level where you can’t make choices anymore, it’s just your body reacting to certain sounds in the music.»
Es gibt diese junge Generation (obwohl – von einer Generation zu sprechen ist falsch), also diese Kids (und mit Alter hat das nichts zu tun) überall auf dem Planeten, die entdecken ebendiesen Flow, den es eigentlich schon immer gibt und der reine Bewusstheit ist. Für mich als professionellen Full-contact-street-cyclist gibt es zwei Seiten: Die eine hockt zwischen den Arschbacken schwitzend in einer Trivialisierungsmaschine und hupt und stösst und flucht. Die andere ist Empfindungskörper durch und durch und flowt durch die Häuserschluchten. Wer etwas von Flow wissen will, der fängt damit an, Freestyle zu betrachten.
TED-Talk über die Legion of Extraordinary Dancers
Was hat Flow nun mit Romantik zu tun? «Fenster als Schnittstellen». Vereinfachen wir das Ganze und nehmen unsere «Fenster zur Welt», die Augen. Weiten wir das Ganze aus und denken unseren Körper mit, unsere Sinne, unseren Geist, schlicht unsere Wahrnehmung in ihrer Ganzheit. Neue Menschen (an vorderster Front «die Freestyler») entdecken eine Welt vor der Konstruktion. Über ihr. Sie entdecken ihr Bewusstsein als Interface zu dieser Welt, werden selbst zu Kirchen. Sie sind in den Momenten, wo es «flowt» absolut präsent in der Gegenwart. Das Gedankenkonstrukt Zeit wird in ihren Händen zu einem formbaren Energieball. Sie versuchen weder den Beton zu bemoosen, noch ihn zu sprengen. Sie bauen damit Flugmaschinen!
Wann ist das letzte Mal etwas so kraftvolles aus dem «regulären» Kunstbetrieb herausgebrochen?
«Flow infinetly (…)» Jay Z – Hard Knock Life (Ghetto Anthem)
«Are we human, or are we dancers?» The Killers – Human
Post zum Text Realometer von Marc von Schlegel, (Romina Tschuor)
Denn es liegt in der Natur der Sprache, dass sie niemals vollkommen verstanden werden kann und genau an diesem Punkt setzt Poe mit seinen Manipulationen an…
Marc von Schlegell. Realometer, Originalausgabe/ 2009, S.22
künstlerische Intervention: Mittelseite einer Zeitschrift. Wenn man sie öffnet, fallen die Farbpigmente aus der Seite.
Mythos der Maschine – Finder und Erzeuger, Dave Bopp
Mumford, Lewis, Mythos der Maschine, Wien, 1974, Europa Verlag
Kapitel 4, Finder und Erzeuger, S. 121-152
Mumford setzt seine Jagd nach angebrannten Theorien über das Verhältnis zwischen Werkzeug und Geist des Frühmenschen fort. Die unterschätzte Relevanz des Geistes wird nun aber mehr von konkreterem “Bewiesmaterial” gestützt und es werden tiefe Einblicke in ein komplexes Netz von Zusammenhängen zwischen archäologischem und psychologischem Forschen im Paläolithikum offenbart.
Beginnend mit einer “was wäre wenn” Frage, wobei nicht die Frage selbst beantwortet wird, sondern vielmehr geschildert wird, wie das “wenn” verhindert wurde, wird der zentrale Bestand dieses Kapitels, die Neugierde des Menschen, aufgegriffen. Ich finde es schön wie er das Zusammenspiel zwischen Inspiration, Verarbeitung und Schöpfung verbildlicht. Denn in seiner Formulierung wird man nur fern an die Funktionsweise einer Maschine erinnert. Da die Maschine auch nach dem “gibts Input gibts Output” Prinzip funktioniert, wäre ein solcher Vergleich naheliegend. Dennoch wird diese Gemeinsamkeit von der Selbstinitiative, dem innovativem Denken und dem Interesse des Menschen übertrumpft (Zitat: “Er (der Mensch) roch und schmeckte, suchte und sammelte, verglich und wählte aus.” S. 125).
Graeculi – Erweiterte Gedächtnis- und mögliche Denksysteme
Monika Schmidt
Neben Zählsymbolen und –systemen, welche auf konzeptueller Ebene stellvertretend für eine bestimmte Menge eines bestimmten Gutes stehen, gab es als zusätzlichen Informationsspeicher ausserhalb des eigenen biologischen Gedächtnisses zum Beispiel auch den Graeculus. Graeculi waren gebildete römische Sklaven griechischer Abstammung, welche sich Wissen einprägten und dieses bei Bedarf des Herren vorsagten.
Wie gehen die Beteiligten dieses Wissensverbundes mit den Informationen und dem anvertrauten oder anzuvertrauenden Wissen um, welche Regeln und Kontrollen sind nötig, werden vereinbart?
Wem soll das Wissen dienen? Macht sich das Medium fremde Reproduktionsabsichten zu eigen und „bildet es ein Metawissen, indem es eigene und fremde Wissensbestände, Wissensbedürfnisse und Wissensdefizite ermittelt“ und so die Speicherung und deren Verteilung intentional beeinflusst? So muss ich als Nutzerin davon ausgehen, durch das Medium Kognitionen von anderen zu begegnen – vielleicht auch bei Frau Doris Leuthard, welche ihr Wissen womöglich von einem politischen oder wissenschaftlichen Graeculus bezogen hat, dessen Informationen ein spezifisches Vorwissen verlangen um das Schicksal von Kiribati richtig verstehen zu können.
Die gesellschaftlichen Reaktionen auf Menschenrechtsverletzungen zeigen immer wieder Mechanismen des Verdrängens (Stanley Cohen) und haben womöglich Parallelen zum Umgang mit dem Klimawandel.
„So ist Verdrängen zu erwarten, wenn ein Problem so ungeheuerlich und beispiellos ist, dass Menschen keine kulturellen Mechanismen kennen, um mit ihm umzugehen.“
Der Schriftsteller und jüdische Widerstandskämpfer Primo Levi hat in seinem Essay „Beyond Judgement“ versucht die Haltung vieler europäischer Juden zu begreifen, welche nicht fähig waren, ihre bevorstehende Vernichtung wahrzunehmen.
„Im Falle des Klimawandels können wir zwar die Bedrohung intellektuell akzeptieren, aber nicht die Verantwortung für einen Umbruch dieses Ausmasses. Wir weigern uns zu erkennen, dass es eine moralische Dimension mit identifizierbaren Tätern und Opfern gibt. „Globale Erwärmung“, „Anpassung“ – die Sprache selbst verleitet dazu, den Klimawandel eher unveränderbaren Naturkräften zuzuschreiben als einer direkten Kausalbeziehung mit moralischen Folgen für die Verursachenden.“
Wolfgang Schönpflug. Eigenes und fremdes Gedächtnis. Zur Rolle von Medien in Erweiterten Gedächtnissystemen. In: Peter Koch, Sibylle Krämer (Hrsg.). Schrift, Medien, Kognitionen. Über die Exteriorität des Geistes. Tübingen. Stauffenburg Verlag, 1997.
Georg Marshall. Wissen: 2+ Fleiss: 5. Weshalb es uns gelingt, den Klimawandel zu verdrängen. In: GEO. Handeln nach dem Klimaschock. Nr. 12, Dezember 2007.
Die Metapher als Psychotherapie
Was ist eine Metapher?
- Die Metapher ist eine rhetorische Figur, die ein Wort oder einen Ausdruck benutzt um etwas anderes zu verstehen, als das, was sie normalerweise ausdrückt. Wenn wir z.B. zu Jemandem sagen: „Du bringst mich auf die Palme!“, meinen wir damit dass der andere einem nervös macht“.
- Die Metapher erleichtert das Verständnis, von dem, was man sagen will und vereinfacht die Rede, indem sie eine grosse Nummer von Wörtern ausschaltet, um dem gleichen Begriff zu illustrieren.
- Die Metapher identifiziert durch eine Sprache zwei verschiedene Dinge. z.B. Wenn man sagt: „Du bist eine Blume“ oder „Du bist wie eine Blume“ ist dies nicht dasselbe.
Psychotherapie?
Die Metapher ist ein aussergewöhnliches Mittel, das dem Hypnose-Therapeuten zur Verfügung steht, um die therapeutischen Einflüsse ins Unterbewusstsein zu übertragen.
Dies ist der Grund, weshalb die Metapher zur indirekten Beeinflussung (Hypnose) gebraucht werden kann, weil ihr Inhalt in privilegierter Weise von der rechten Heimsphäre (Hirnhälfte) aufgenommen wird. Wenn die Metapher mit der Beschreibung eines Konzeptes gebraucht wird, sind die beider Hirnhälften mit dem betreffenden Funktionen gleichzeitig beschäftigt.
Die Sprache, wurde gebildet, indem syntaktische Regeln den Wörtern und Gruppen von Wörtern Sinn gegeben haben. Aus der Erfahrung, hat man gelernt, dass aus einem nicht korrekt formulierten Satz (mit unklarem Sinn) ein auch nicht korrektes Verhaltensmuster entsteht.
Ein Therapeut, der mit der, von einer Person gebrauchten Sprache arbeitet, und auf die richtige logische Formulierung aufpasst, kann somit das Benehmen der Person selbst beeinflussen.
Eine gut formulierte Metapher verändert die Realität, das heisst, durch die Therapie kommt es zum Verschwinden von Symptomen. Wenn ein Patient seine Symptome beschreibt, braucht er Metaphern. Das beste was man tun kann, ist dem Patienten seine eigenen reinterpretierten Metaphern zu ersetzen.
Fazit
Generell gesagt, ist die Sprache selbst eine Metapher der Wirklichkeit. Diese ist weder verständlich noch mittelbar wenn nicht durch die Metapher, die der Sprache die richtige Form gibt.
Copyrights 2007 – Azzarello Rosario

Sprache schreiben – Schrift sprechen
von Bruno Meilick
Die weltweit meist gesprochenen Sprachen verfügen meist auch über eine Schrift. Die Sprachen ohne Schrift sind heutzutage am aussterben. Das liegt daran, dass dem Medium Schrift eine rasant wachsende Bedeutung in aufstrebenden Kulturen zugewiesen wird. Festzuhalten ist auch, dass häufig die Schrift einer Sprache aus einer anderen Sprache übernommen wurde. So wurde zum Beispiel neben dem Latein auch das lateinische Alphabet durch die Römer in ganz Europa eingeführt. Im Laufe der Jahrhunderte veränderten sich jedoch die Sprachen, die verwendeten Schriftzeichen blieben aber weitgehend die Gleichen.
Um die besonderen Laute der Sprachen auch in der Schrift ausdrücken zu können wurden unter anderem die Sonderzeichen (z.B. ä, ü, ö) oder auch die Akzentzeichen Akut, ( ´ ), Gravis ( ` ) und Zirkumflex ( ˆ ) eingeführt. Die Verwendung und das Vorkommen dieser Erweiterungen der Schrift ist jedoch nicht einheitlich. Lernt man eine Sprache muss man auch lernen die Erweiterungen zu lesen und als Laute wiedergeben zu können.
Um dies zu Vereinfachen wurden verschiedene System zur Notation von Sprachlauten entwickelt. Neben ikonographischen Ansätzen, bei denen z.B die Rundung der Lippen beim Bilden des Lautes dargestellt sind, finden sich auch analphabetische Systeme in denen die Stellung aller beteiligten Sprechwerkzeuge notiert sind.
Das älteste und am weitesten verbreitete System ist jedoch das Internationale Phonetische Alphabet. Mit diesem können die Laute der Sprachen nahezu genau festgehalten werden.
Quellen:
- http://de.wikipedia.org/wiki/Internationales_Phonetisches_Alphabet
- http://www.weikopf.de/Sprache/Grundlagen/Phonetik/phonetik.html
Nachtrag der Bild und Tonbeispiele:
Ton: Russisches Volkslied
Bilder: Unter den Indianern waren neben den einzelnen Sprachen auch eine beinahe übergreifende Zeichensprache in Verwendung. Sprach man einmal nicht die selbe sprache so konnte man sich zumindest mit Gesten verständigen. (Quelle: http://www.indianer-web.de/ursprung/sign/sign.htm) Nachfolgend einige Beispiele.



ICH UND DIE ANDEREN
Jeder Mensch ist anders. Dies macht aus uns interessante Personen ,weil jeder seine Erfahrungen gemacht hat und anderes erlebt hat. Dies ist der große Unterschied. Wir reagieren und denken anders als die „Anderen“ weil wir einfach „anders„ sind. Entschuldigung für das Wortspiel, aber das ist ganz einfach so.
Wir können z.B. die „Anderen“ mit einem Eisberg vergleichen.
Wir können nur ganz klar sehen, was oberhalb des Wassers ist. Aber je weiter wir nach unten schauen, desto unklarer sehen wir das Ganze. Das ist eben der versteckte Teil „Der Anderen“, den wir nicht gut verstehen können. Das ist der Grund, dass es zwischen Menschen am meisten Missverständnisse, Kriege und Unklarheit gibt. Natürlich ist die Art der Kommunikation und die Sprache auch ein ganz wichtiger Faktor, der uns unterscheidet. Ich selber bin ein Beispiel, und weil eben meine Muttersprache nicht Deutsch ist, wird das Bild, das ich gemacht habe, euch (als Medium) das Ganze besser erklären als 1000 meiner Wörter ;o)
Copyrights 2006 – Azzarello Rosario
GRENZEN ZWISCHEN MENSCHEN UND TIEREN
Wie bei den Menschen und Maschinen, gibt es auch Unterschiede zwischen Menschen und Tieren, obwohl in einigen Fällen dieser Unterschied sehr minimal ist. Aber es gibt etwas, das einen großen Unterschied macht: der Glauben.
Seit der Prähistorischen Zeit, hat es der Mensch nötig, an etwas zu glauben. z.B. an ein Objekt, ein Tier, einen Gott, usw. Z.B. waren für die antiken Ägypter Katzen und Käfer Götter!
Ein anderer grosser Unterschied ist die Kommunikation. Tiere haben früher als die Menschen angefangen zu kommunizieren. In dem heutigen Informationszeitalter ist die Kommunikation zwischen den Menschen immer vielseitiger und komplexer geworden. Betrachten wir uns jedoch das Tierreich, werden wir von einer nicht geringeren Fülle von Kommunikationsformen überrascht.
Wenn wir z.B. an die Ameisen denken oder sie beobachten, scheint es uns, dass es eine „lautlose“ Kommunikation gibt. Aber sie kommunizieren mehr als wir Menschen, etwa in Form von z.B. chemischen Signalen oder differenzierten Bewegungsabläufen. So setzten sich im Laufe der Evolution die verschiedensten artenspezifischen Methoden des Informationsaustausches durch, die uns Menschen immer wieder verblüffen. Insekten kommunizieren nicht nur über visuelle und auditive, sondern auch über chemische Signale. Die so genannten ,,Infochemikalien” werden von ihnen über Antennen (Fühler) aufgenommen. Durch die Poren der Sinneshaare an den Fühlern dringen Duftmoleküle ein, die von Proteinen zu den entsprechenden Rezeptoren transportiert werden. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Infochemikalien, die innerhalb einer Art aktiv sind (Pheromone) und solchen, die Informationen zwischen Individuen verschiedener Arten vermitteln .
Hey Leute, und wir kommunizieren noch „nur“ durch Internet und Natel…..
Auch in diesem Fall haben wir Menschen viel von den Tieren zu lernen.
Copyrights 2006 – Azzarello Rosario
GRENZEN ZWISCHEN MENSCHEN UND MASCHINEN
Es gibt verschiedene Faktoren, die Menschen von Maschinen unterscheiden. Einer der Wichtigsten ist die Intelligenz. Nehmen wir als Beispiel einen Computer. Wie die meisten schon wissen, ist ein Computer nicht wirklich intelligent. Dies ist nicht möglich, weil man den Zufall nicht programmieren kann. Ein Mensch kann Entscheidungen treffen und Gefühle haben. In einem Computer kann man diese nur „stimulieren“ dank der A.I., bzw. vorprogrammierten Reaktionen. Damit meint man eine „Künstliche Intelligenz“, auch A.I. (Artificial Intelligence) genannt. Künstliche Intelligenz bezeichnet die Methoden, die Maschinen die Fähigkeit verleihen, sinnvolle Entscheidungen zu treffen. Soweit es unser Belangen betrifft, ist es nicht wesentlich, ob die Maschine tatsächlich intelligent ist. Es ist das Ziel der Programmierer (eines Menschen) ihr ein Verhalten zu geben, dass so intelligent wie möglich ist. Ob es nun tatsächlich möglich ist, über die Intelligenz einer Maschine basierend auf ihrem Verhalten Aussagen zu machen, ist seit geraumer Zeit eine vieldiskutierte Frage zwischen verschiedenen Theorien.
Aber nach Cartesio ist der Mensch selber eine Maschine, weil er von Gott gemacht wurde, und weil die Bewegungen und Handlungen der Menschen untereinander zu komplex sind.
Das heisst, es muss noch viel gemacht und studiert werden, bis eine Maschine einem Mensch gleich sein wird….
Copyrights 2006 – Azzarello Rosario

